Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un | AP

Offenbar Rakete abgefeuert Nordkorea testet erneut seine Waffen

Stand: 05.06.2022 03:48 Uhr

Ungeachtet internationaler Sanktionen hat Nordkorea nach südkoreanischen Angaben erneut mehrere ballistische Rakete abgeschossen. Die USA fürchten, dass das Land einen Atomwaffentest vorbereitet.

Zum wiederholten Mal in den vergangenen Monaten hat Nordkorea einen Raketentest durchgeführt. Der Generalstab der südkoreanischen Armee sprach von acht ballistischen Kurzstreckenraketen, die in Richtung Meer vor der Ostküste abgeschossen wurden. Die Raketen seien aus der Sunan-Region in der Nähe der Hauptstadt Pjönjang abgefeuert worden. Japanische Medien berichteten mit Bezug auf die japanische Regierung, Nordkorea habe offenbar mehrere Raketen abgeschossen.

Die USA warnen bereits seit Wochen, dass Nordkorea bald erstmals seit 2017 wieder einen Atomwaffentest vornehmen könnte. In der Folge des damaligen Atomwaffentests hatte sich der UN-Sicherheitsrat das bislang letzte Mal auf Sanktionen gegen Pjöngjang einigen können. Nordkorea verfügt nach Diplomatenangaben über Atombomben und ballistische Raketen, hat es demnach aber bislang nicht geschafft, diese beiden Technologien zusammenzuführen.

Zuletzt Test von Interkontinentalrakete

Zuletzt schoss das international isolierte kommunistische Land am 25. Mai drei Raketen ab, darunter mutmaßlich seine größte Interkontinentalrakete Hwasong-17. Diese Rakete hat laut südkoreanischem Generalstab eine Reichweite von etwa 360 Kilometern. 

Zudem testete Pjöngjang eine nukleare Zündvorrichtung, wie das nationale Sicherheitsbüro in Seoul mitteilte. Südkorea und die US-Streitkräfte im Land reagierten auf die "Raketenprovokationen" des Nordens mit einer gemeinsamen Raketenübung mit scharfer Munition. Außerdem verhängte die US-Regierung neue Sanktionen gegen Nordkorea.

China und Russland blockieren im UN-Sicherheitsrat

Im UN-Sicherheitsrat scheiterten die USA mit ihrem Vorstoß für härtere internationale Sanktionen gegen Pjöngjang allerdings am Veto von China und Russland. Chinas Botschafter bei den Vereinten Nationen, Zhang Jun, rief die USA auf, sich "nicht einseitig auf die Umsetzung von Sanktionen zu beschränken". Stattdessen solle sich Washington "auch für eine politische Lösung einsetzen". Sanktionen könnten zu einer "Eskalation" und negativen humanitären Folgen in Nordkorea führen, warnte er.

Die von Washington vorgeschlagenen Strafmaßnahmen zielten unter anderem auf eine Reduzierung der jährlichen Ölmenge ab, die das international weitgehend isolierte Nordkorea legal für zivile Zwecke importieren darf. Der Resolutionsentwurf sah überdies Sanktionen gegen Exporte nordkoreanischer Güter wie Uhren und fossile Brennstoffe vor. Als Maßnahme gegen mutmaßliche Cyberattacken aus Nordkorea sollte das Land keine Informations- und Kommunikationstechnik mehr erhalten.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 05. Juni 2022 um 08:08 Uhr.