Ein Mitarbeiter überwacht Passagiere, die auf dem internationalen Flughafen von Hongkong ankommen | Bildquelle: AP

Corona-Maßnahme in Hongkong Armband gegen Quarantäne-Verstöße

Stand: 20.03.2020 08:30 Uhr

In Hongkong müssen Reisende aus dem Ausland angesichts der Corona-Krise in Quarantäne, bevor sie sich in der Stadt bewegen - eine Maßnahme, die häufig missachtet wird. Jetzt soll ein Armband Abhilfe schaffen.

Von Sabine Hackländer, ARD-Studio Shanghai zzt. Hongkong

Hongkongs Regierung macht ernst. Keiner soll in Zukunft mehr die Quarantäne-Maßnahmen durchbrechen, wie dies in der Vergangenheit immer wieder geschehen ist. Da waren viele der frisch eingereisten Passagiere - statt zu Hause oder im Hotel zu bleiben - fröhlich durch die Stadt gezogen.

Dass dies nicht folgenlos bleibt, können die Hongkonger täglich bei der Veröffentlichung der jüngsten Corona-Fallzahlen feststellen. Viele der Neuinfizierten-Fälle der vergangenen Tage sind tatsächlich aus dem Ausland importiert.

Bewegungen werden nachvollzogen

Nun sollen also das Armband und die Androhung drastischer Strafen für die notwendige Disziplin sorgen, erklärt der Hongkonger Regierungssprecher Viktor Lam. "Wir können diese App nutzen, um die Bewegungen der betreffenden Personen nachzuvollziehen. Dabei zeichnet das Gerät nicht den konkreten Standort auf, sondern nur den Standortwechsel und zwar durch die Nachverfolgung der Kommunikationssignale."

Dies ist möglich, weil in das Armband ein sogenannter QR-Code integriert ist. Dieser ist wiederum mit der Smartphone-App gekoppelt und reagiert auf Wi-Fi-, Bluetooth- oder GPS-Signale. Das Bändchen ähnelt ein bisschen dem für Neugeborene im Krankenhaus.

Hohe Strafen bei Widersetzung

Die ersten, die es ausgehändigt bekamen, waren am Morgen die Passagiere eines Fluges von Melbourne nach Hongkong. Sie hatten noch gehofft, die neuen strengeren Quarantäne-Maßnahmen umgehen zu können. "Ich habe extra einen Flug früher genommen und dachte, ich schaffe es noch vor der neuen Quarantäne-Deadline. Aber das Flugzeug war verspätet. Jetzt habe ich keine andere Wahl", so ein junger Mann.

Regierungssprecher Lam warnte unterdessen davor, das Armband vorzeitig abzulegen. Es werde Zufallskontrollen geben. Bei Zuwiderhandlungen sei mit einer Gefängnisstrafe von bis zu sechs Monaten und einer Geldbuße von umgerechnet 3000 Euro zu rechnen.

Nach der zweiwöchigen Quarantäne kann das Band dann einfach zerschnitten werden. Entwickelt wurde es von der technischen Universität Hongkong im Verbund mit einem Start-up-Unternehmen.

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