Der russische Staatschef Wladimir Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires | Bildquelle: MIKHAIL KLIMENTYEV/SPUTNIK/KREML

Konflikt mit der Ukraine Putin hält Frieden derzeit für unmöglich

Stand: 01.12.2018 22:58 Uhr

Russlands Präsident Putin hat der ukrainischen Führung vorgeworfen, an einer Lösung des Konfliktes mit seinem Land nicht interessiert zu sein. Kiew warnte dagegen vor einer russischen Expansion im Schwarzen Meer.

Der russische Präsident Wladimir Putin hält einen Frieden mit der derzeitigen ukrainischen Regierung für nicht möglich. "Das ist eine Partei des Krieges, und solange sie an der Macht ist, werden Tragödien dieser Art und der Krieg andauern", sagte er.

Putin machte der Führung in Kiew in seiner Pressekonferenz nach dem G20-Gipfel schwere Vorwürfe. Diese habe kein Interesse daran, den Konflikt beizulegen, "schon gar nicht mit friedlichen Mitteln", sagte Putin. Ständig mache sie die angebliche russische Aggression für ihre Misserfolge verantwortlich.

Verhandlungen über die Freilassung festgenommener ukrainischer Marinesoldaten stünden derzeit nicht zur Debatte, sagte Putin. Die Ermittlungen zu dem Zwischenfall in der Meerenge von Kertsch liefen noch.

G20-Gipfel: Merkel holt ausgefallene bilaterale Gespräche nach
tagesschau 20:00 Uhr, 01.12.2018, Ute Brucker, ARD Rio de Janeiro, zzt. Buenos Aires

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Merkel und Putin für Diplomaten-Gespräche

Zuvor hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Buenos Aires mit Putin über die erneute Eskalation gesprochen. "Die Bundeskanzlerin machte noch einmal ihre Sorge über die Zuspitzung an der Straße von Kertsch und ihr Eintreten für die Freiheit des Schiffsverkehrs ins Asowsche Meer deutlich", so Regierungssprecher Steffen Seibert.

Merkel und Putin vereinbarten diplomatische Beratungen im Rahmen des Normandie-Formats, an dem neben Russland und der Ukraine auch Deutschland und Frankreich beteiligt sind. Die Gespräche sollten auf Ebene der Regierungsberater aus den vier Ländern geführt werden, sagte Merkel.

In dem Gesprächsforum des Normandie-Formats versuchen Deutschland und Frankreich seit der russischen Annexion der ukrainischen Krim 2014 in dem Konflikt zu vermitteln. Es geht um die Umsetzung des Minsker Friedensabkommens für die Ostukraine, wo seit mehr als vier Jahren von Russland unterstützte Separatisten gegen ukrainische Regierungstruppen kämpfen.

Poroschenko warnt vor russischer Expansion

Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine war am vorangegangenen Wochenende nach einer Konfrontation im Schwarzen Meer in der Straße von Kertsch abermals eskaliert. Die russische Küstenwache hatte dort drei ukrainische Marineschiffe beschossen und aufgebracht. Mehrere ukrainische Marinesoldaten wurden verletzt, 24 Besatzungsmitglieder festgenommen und später nach Moskau gebracht.

Russland und die Ukraine schieben sich gegenseitig die Schuld für die jüngste Konfrontation zu. Die Ukraine verhängte ein 30-tägiges Kriegsrecht. Das Verteidigungsministerium will ab Montag Reservisten zu Übungen einberufen. Sie sollten bis zu 20 Tage dauern, kündigte das Ministerium in Kiew Medienberichten zufolge an.

Präsident Petro Poroschenko sagte, an den Grenzen der Ukraine seien etwa 80.000 russische Soldaten aufmarschiert. Mit der jüngsten Eskalation auf dem Schwarzen Meer wolle Russland die Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft testen: "Lässt die Welt zu, dass das Asowsche Meer und dann das Schwarze Meer sich in russische Binnenseen verwandeln?", fragte Poroschenko.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. Dezember 2018 um 20:00 Uhr.

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