Strohhalme aus Plastik | Bildquelle: REUTERS

Abstimmung in Straßburg EU-Parlament für Einwegplastik-Verbot

Stand: 24.10.2018 14:10 Uhr

Das EU-Parlament hat für ein Verbot von Wegwerf-Artikeln aus Kunststoff gestimmt. Das Zurückdrängen des Plastikmülls soll die Meere schützen - und die Gesundheit der Menschen.

Von Stephan Ueberbach, ARD-Studio Brüssel

Plastikteller, Plastikbesteck, beschichtete Becher, Trinkhalme oder Rührstäbchen: All das soll schon bald verschwinden. Denn das Europaparlament will eine ganze Reihe von Einwegprodukten aus dem Verkehr ziehen. Die Ex-und-Hopp-Mentalität sei eine Gefahr für die Umwelt, vor allem für die Meere, meinen die Abgeordneten. Fische, Vögel, Schildkröten: Viele Tiere verenden qualvoll.

EU-Parlament stimmt für ein Verbot von Einwegplastik
tagesschau 20:00 Uhr, 24.10.2018, Michael Grytz, ARD Straßburg

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

30 Millionen Tonnen Plastikabfälle landen jedes Jahr im Meer. Auf den Ozeanen treiben 140 Millionen Tonnen, ein ganzer Kontinent aus Müll. Die irische Abgeordnete Lynn Boylan von der Sinn Féin-Partei: "Wir sind alle entsetzt über die Bilder von all dem Plastik in den Meeren und wir wissen, welche Konsequenzen die Wegwerf-Gesellschaft hat, in der wir leben. Wir beschließen jetzt ambitionierte Regeln, um diese Plastikkrise zu beenden. Und was wirklich großartig ist: Die Bürger stehen in dieser Sache hinter uns."

Mikroplastik im menschlichen Körper nachgewiesen

Längst geht es dabei nicht mehr allein um die Umwelt, sondern auch um die Gesundheit. Denn viele Kunststoffe verrotten nicht, auch nicht nach Jahrzehnten, sondern zerfallen in immer kleinere Teilchen, die dann als Mikroplastik in der Nahrungskette landen. Forscher in Österreich haben in dieser Woche zum ersten Mal Plastik in menschlichen Körpern nachgewiesen.

Es gibt aber auch ein wirtschaftliches Argument: Einwegverpackungen aus Plastik werden zum Großteil nämlich nicht recycelt. Eine Verschwendung von Geld und von Rohstoffen, meinen die Parlamentarier. Deshalb sollen nun feste Recyclingquoten kommen, zum Beispiel für Lebensmittelverpackungen aus Kunststoff. Oder für Zigarettenfilter, in denen Plastik steckt. Denn ein einziger Stummel kann tausend Liter Wasser verschmutzen.

Luftballons bleiben erlaubt

Eine junge Frau hält Luftballons in der Hand | Bildquelle: dpa
galerie

Ballons werden nicht verboten.

Außerdem sollen bis 2025 in ganz Europa 90 Prozent der Plastikgetränkeflaschen zur Wiederverwertung eingesammelt werden. Die Hersteller müssen sich an den Kosten für das Säubern der Umwelt beteiligen. Das gilt auch für die Produzenten von Fischernetzen. Das Aufregerthema Luftballons ist dagegen weitgehend entschärft. EU-Umweltkommissar Karmenu Vella: "Wir wollen nicht die Ballons verbieten, sondern nur die Haltestäbchen, die besonders oft als Müll an den Stränden landen."

Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace gehen die Pläne nicht weit genug. Sie kritisieren vor allem, dass die Definition von Einwegplastik viel zu eng gefasst werde. Die Plastikproduzenten dagegen halten die Regeln für zu scharf. Sie befürchten erhebliche Verluste.

Als nächstes werden sich jetzt die europäischen Umweltminister mit den Plastikverboten befassen. Wenn sie sich dann mit der EU-Kommission und dem Europaparlament verständigen, können die Verbote wie geplant 2021 in Kraft treten.

Kampf dem Plastikmüll - was das EU-Paparlament alles verbieten will
Stephan Ueberbach, ARD Brüssel
24.10.2018 13:18 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Oktober 2018 um 14:00 Uhr.

Darstellung: