Vulkans Taal: Straßen voller Asche und Schlamm. | Bildquelle: STRINGER/EPA-EFE/REX

Philippinen Zwei Tote bei Flucht vor Vulkanausbruch

Stand: 15.01.2020 09:10 Uhr

Der bevorstehende Ausbruch des Vulkans Taal auf den Philippinen treibt die Bewohner der dicht besiedelten Gegend weiter in die Flucht. Zwei Menschen starben, mehr als 80.000 Bewohner brachten sich bislang in Sicherheit.

Rund um den Vulkan Taal auf den Philippinen herrscht weiter Alarmstimmung: Innerhalb von Stunden oder Tagen ist laut Behörden ein "gefährlicher, explosiver Ausbruch" des Vulkans möglich.

Zehntausende Menschen flohen bereits aus der dicht besiedelten Gegend. Dabei starben zwei Menschen. Bei den Todesopfern handelt es sich um eine 65 Jahre alte Frau und einen 27 Jahre alten Mann. Sie kamen nach Behördenangaben in den vergangenen Tagen während der Evakuierung durch Herzversagen ums Leben.

Menschen fliehen dem Vulkan Taal | Bildquelle: AFP
galerie

Etliche Menschen fliehen aus Furcht vor dem Ausbruch des Vulkans aus ihren Häusern.

Mehr als 80.000 Menschen vor Vulkan geflohen

Für den Vulkan Taal südlich der Hauptstadt Manila gilt die Gefahrenstufe 4 von 5 - wie schon seit Sonntag. Noch immer könnte ein gefährlicher, explosiver Ausbruch kommen, warnte die philippinische Vulkanbehörde. Hunderte Risse in Felsen und Boden in der Umgebung des Vulkans seien Anzeichen für einen baldigen Ausbruch, warnte die Behörde auf ihrer Webseite.

Nach jüngsten Behördenangaben haben sich bereits mehr als 82.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Einige Menschen blieben aber bei ihren Tieren und ihren Häusern, oder sie machten sich aus den vollen Evakuierungszentren auf den Weg zurück.

Notfallhelfer, Polizei und Militär zogen durch die Städte. "Der Vulkan ist so unberechenbar, dass wir ihnen sagen, sie können nicht in der Stadt bleiben oder zu ihren Häusern zurück", sagte Danilo Manala, der Polizeichef von Agoncillo.

Nach Angaben des Amtes der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) leben in der unmittelbar gefährdeten 14-Kilometer-Zone 460.000 Menschen.

Seit Beginn der sogenannten phreatischen Eruptionen am Sonntag - also einer Wasserdampfexplosion im Zusammenhang mit magmatischer Tätigkeit - seien laut Vulkanbehörde mehr als 200 vulkanische Erdbeben registriert worden.

1/7

Vulkan Taal spuckt Asche und Lava

Menschen auf Bootssteg vor großer Aschewolke

Der Vulkan Taal auf den Philippinen spuckt Asche und Lava. Tausende Bewohner der Provinzen Batangas und Cavite müssen ihren Häuser verlassen. | Bildquelle: AFP

Vulkan Taal ist schon 33 Mal ausgebrochen

Der Taal liegt auf der philippinischen Hauptinsel Luzon in der Provinz Batangas. Er ist ein beliebtes Ziel von Touristen, vor allem wegen des im Vulkankessel gelegenen Sees samt Insel.

Der Vulkan ist derzeit so gefährlich aktiv wie seit 40 Jahren nicht. Er ist nach dem Mayon der zweitaktivste Vulkan der Philippinen. Seit dem Jahr 1572 ist er insgesamt 33 Mal ausgebrochen. Der bislang letzte große Ausbruch war 1977, der verheerendste 1911, damals starben mehr als 1300 Menschen.

Karte: Pazifischer Feuerring, Philippinen, Asien, Südamerika, Nordamerika | Bildquelle: ARD aktuell
galerie

Der Feuerring im Pazifik

Für die etwa 100 Millionen Menschen auf den Philippinen ist das Rumoren des Taal nichts Ungewöhnliches: Zuletzt trieb der Vulkan Mayon im Januar 2018 Zehntausende Menschen auf den Philippinen in die Flucht, nachdem er Millionen Tonnen Asche, Steine und Lava in die Luft geschleudert hatte. Der Inselstaat liegt auf dem Pazifischen Feuerring - der geologisch aktivsten Zone der Erde mit mehr als 450 Vulkanen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 15. Januar 2020 um 11:00 Uhr.

Darstellung: