Undatierte Aufnahme der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA von Nordkoreas Machthaber Kim  | Bildquelle: dpa

Angeblich erfolgreicher Test Nordkorea brüstet sich mit "Hightech"-Waffe

Stand: 16.11.2018 10:08 Uhr

Nordkorea hat angeblich eine neue "Hightech"-Waffe getestet. Wie genau die Waffe aussehen soll, ist nicht bekannt. Die USA reagieren beschwichtigend und verweisen auf die Fortschritte in den Beziehungen zu dem Land.

Nordkorea hat nach eigenen Angaben erfolgreich eine neue "Hightech-Waffe" getestet. Staatliche Medien berichteten über die Existenz der neuen taktischen Waffe, teilten jedoch nicht mit, wie die Neuentwicklung genau aussieht. Die Waffe werde jedoch die Verteidigungsfähigkeit Nordkoreas und die Kampfkraft von Nordkoreas Armee stärken, meldeten Staatsmedien.

Machthaber Kim Jong Un habe den Versuch in der Forschungsakademie für nationale Verteidigung verfolgt und seine "leidenschaftliche Freude" über dessen Erfolg nicht unterdrücken können.

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Pence beschwichtigt

Die Meldungen über die angebliche "Hightech-Waffe" kommentierte US-Vizepräsident Mike Pence mit einem Verweis auf Fortschritte im Umgang mit dem international isolierten Land. Zwar sei klar, dass noch mehr geschehen müsse, sagte er bei einem Treffen südostasiatischer Spitzenpolitiker in Singapur. Aber noch vor anderthalb Jahren hätten Nukleartests stattgefunden. "Über Japan flogen Raketen, und es gab Drohungen" so Pence. Das sei nun vorbei.

"Es gibt keine Nukleartests. Unsere Geiseln kehren heim. Und Nordkorea hat erneut begonnen, unsere gefallenen amerikanischen Helden aus dem Koreakrieg auf unseren Boden zu überführen", sagte der Vizepräsident.

US-Bürger wird des Landes verwiesen

Pjöngjang teilte erst heute mit, einen illegal eingereisten US-Bürger des Landes verweisen zu wollen. Wie die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA berichtete, sei Lawrence Bruce Byron am 16. Oktober über die chinesische Grenze in das Land gelangt und anschließend festgenommen worden. Seither habe er sich in Haft befunden. KCNA zufolge sagte Byron während seiner Vernehmung aus, im Auftrag des US-Geheimdienstes CIA illegal die Grenze überquert zu haben. Die nordkoreanischen Behörden hätten anschließend entschieden, Byron abzuschieben.

Nordkorea hatte im Mai drei amerikanische Gefangene freigelassen und sich der US-Regierung sowie Südkorea diplomatisch angenähert. Zuvor waren US-Bürger öfter als eine Art Druckmittel festgehalten worden.

US-Vizepräsident Mike Pence bei einem Treffen südostasiatischer Spitzenpolitiker in Singapur | Bildquelle: YONG TECK LIM/POOL/EPA-EFE/REX/S
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Noch vor anderthalb Jahren hätten Nukleartests stattgefunden, sagte Pence. "Über Japan flogen Raketen, und es gab Drohungen." Das sei nun vorbei.

"Signal an die USA"

Zur Entspannungspolitik auf der koreanischen Halbinsel gehörte auch, dass Pjöngjang im April einen Stopp der nordkoreanischen Atomwaffen- und Raketentests angekündigt hatte.

Eine Rückkehr zu den Tests wäre ein schwerer Rückschlag für die diplomatischen Bemühungen. Allerdings weist bisher nichts auf eine solche Art des Waffentests hin. Die Verwendung des Wortes "taktisch" bei der Beschreibung der neuen Waffe deutet vielmehr daraufhin hin, dass keine ballistische Langstreckenrakete und kein atomarer Sprengkörper verwendet wurden.

Yang Moo Jin von der Universität für Nordkorea-Studien in Seoul sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Test sei ein "Signal an die USA", dass Nordkorea in den Gesprächen langsam die "Geduld" verliere.

Weiteres Treffen von Kim und Trump geplant

Im Juni hatten sich Kim und US-Präsident Donald Trump zu einem historischen Gipfeltreffen in Singapur getroffen, bei dem auch eine Denuklearisierung Nordkoreas vereinbart worden war. Die Abmachung blieb allerdings vage - und seit dem Treffen sind die Gespräche ins Stocken geraten. In den nächsten Monaten soll es ein zweites Treffen Trumps mit Kim geben.

Pjöngjang fordert eine Lockerung der gegen das Land verhängten Sanktionen. Washington verlangt dagegen zuerst eine "endgültige, vollständig überprüfte" Denuklearisierung.

Erneuter Raketentest in Nordkorea
Udo Schmidt, ARD Tokio
16.11.2018 07:09 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. November 2018 um 02:00 Uhr, 03:00 Uhr und 04:00 Uhr in den Nachrichten.

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