Nobelpreis | Bildquelle: dpa

Physik-Nobelpreis Werkzeuge aus Licht

Stand: 02.10.2018 14:15 Uhr

Für ihre Forschung zur Laserphysik hat die Königlich-Schwedische Akademie die Wissenschaftler Arthur Ashkin (USA), Gérard Mourou (Frankreich) und Donna Strickland (Kanada) mit dem diesjährigen Nobelpreis ausgezeichnet.

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr jeweils zur Hälfte an den US-Amerikaner Arthur Ashkin sowie an den Franzosen Gérard Mourou und Donna Strickland aus Kanada für ihre bahnbrechenden Erfindungen im Bereich der Laserphysik. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit.

Strickland ist nach Marie Curie im Jahr 1903 und Maria Goeppert-Mayer 1963 die dritte Frau, die die Auszeichnung erhält. Zuerst habe sie den Anruf der Akademie für "verrückt gehalten", sagte Strickland. "Man fragt sich immer, ob das echt ist." Die Kanadierin fühle sich geehrt, eine der wenigen ausgezeichneten Frauen zu sein. "Offensichtlich müssen wir Frauen in der Physik feiern, denn wir sind da draußen." Sie hoffe, dass es in naher Zukunft schneller vorangehe. Die höchste Auszeichnung für Physiker ist mit umgerechnet etwa 870.000 Euro (neun Millionen Schwedischen Kronen) dotiert.

Der Nobelpreis für Physik geht an Arthur Ashkin, Gérard Mourou und Donna Strickland | Bildquelle: REUTERS
galerie

Eine Hälfte des Preises geht an Arthur Ashkin, die andere teilen sich Gérard Mourou und Donna Strickland.

Optische Pinzette und hochintensive optische Impulse

Ashkin bekommt den Preis für die Entwicklung optischer Pinzetten und ihre Anwendung in biologischen Systemen. Mourou und Strickland erhalten die Auszeichnung für ihre Methode zur Erzeugung von hochintensiven, ultra-kurzen optischen Pulsen. Die diesjährigen Preisträger hätten mit ihren Erfindungen die Laserphysik revolutioniert, teilte die Akademie mit. "Extrem kleine Objekte und unglaublich schnelle Vorgänge erscheinen jetzt in einem neuen Licht." Ihre bahnbrechenden Erfindungen hätten einen direkten Nutzen für die Menschheit.

Anwendung in Forschung und Medizin

Der 96-jährige Ashkin ist der zum Zeitpunkt der Preisverleihung älteste Nobelpreisträger. Er gehört zu den Pionieren, die noch die Erfindung des Lasers 1960 miterlebten. Seine optischen Pinzetten sind in der Lage, Partikel, Atome und Moleküle mithilfe von Laserstrahlen zu erfassen und zu bewegen. Die von ihm kreierten Lichtfallen können Viren, Bakterien und andere lebende Zellen untersuchen und manipulieren, ohne sie zu zerstören.

Damit seien "neue Möglichkeiten zur Beobachtung und Kontrolle der Maschinerie des Lebens" geschaffen worden, so die Akademie. In vielen Laboren werden sie inzwischen bei der Erforschung biologischer Prozesse wie Proteine, DNS oder dem Innenleben von Zellen eingesetzt.

Mourou und Strickland legten die Grundlage zur Entwicklung der kürzesten und intensivsten Laserstrahlen, die Menschen erzeugen können. Mit der Technik, die auch als CPA (chirped pulse amplication) bekannt ist, lassen sich extrem präzise Löcher in verschiedene Materialien bohren - sogar in lebende Materie. Ein kurzer Laserpuls wird gedehnt, verstärkt und wieder zusammengepresst. Hitze und Schockwellen werden minimiert. Sie kommt unter anderem bei Augenoperationen zum Einsatz.

Verleihung am 10. Dezember

Am Montag waren bereits die Preisträger in Medizin bekanntgegeben worden: Der US-Amerikaner James Allison und der Japaner Tasuku Honjo erhalten dieses Jahr die höchste Medizin-Auszeichnung für die Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebs. Am Mittwoch werden die Träger des Chemie-Nobelpreises verkündet. Am Freitag folgt die Bekanntgabe des diesjährigen Friedensnobelpreisträgers.

Der Literaturnobelpreis fällt in diesem Jahr nach einem Skandal im Jurygremium aus. Am kommenden Montag ist dann die Wirtschaft dran. Die feierliche Überreichung der Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Oktober 2018 um 14:00 Uhr.

Darstellung: