Die Middle Collegiate Church in New York steht im Dezember 2020 in Flammen. | Bildquelle: dpa

New York Brand zerstört historische Kirche

Stand: 06.12.2020 00:19 Uhr

Sie ist 128 Jahre alt, in ihrem Turm beheimatet sie die New Yorker Liberty Bell. Doch in den Morgenstunden geriet die Middle Collegiate Church in Brand - die Schäden sind immens.

Im New Yorker Stadtteil East Village ist eine der ältesten Kirchen Amerikas durch ein Feuer zerstört worden. Das genaue Ausmaß des Schadens, den die Middle Collegiate Church durch die Flammen erlitt, ist noch nicht bekannt.

Das Feuer brach gegen 5 Uhr Ortszeit aus. Ein leerstehendes, fünfstöckiges Nachbargebäude war in Brand geraten. Die Flammen schlugen auf die Kirche über. Nach Angaben der Feuerwehr waren fast 200 Einsatzkräfte vor Ort und benötigten mehr als drei Stunden, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Verletzte habe es nach Angaben der Stadtverordneten Carlina Rivera nicht gegeben.

"Unsere Herzen sind zerbrochen"

"Es sieht leider sehr schlimm aus", sagte Pfarrerin Amanda Ashcraft dem Sender ABC, nachdem das erste Ausmaß des Schadens deutlich wurde: "Der Altar ist schwer beschädigt, unsere bemalten Tiffany-Fenster sind verloren." Die Pastorin Jaqueline Lewis zeigte sich tief erschüttert:

"Wir sind ausgebrannt, so wie unser Haus ausgebrannt ist; unsere Herzen sind zerbrochen, so wie unsere Türen zerbrochen sind."

Feuerwehrleute bei Löscharbeiten, nachdem die Middle Collegiate Church in New York in Brand geraten war. | Bildquelle: AP
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Fast 200 Feuerwehrleute kämpften über Stunden gegen die Flammen.

Kirche ist 128 Jahre alt

Die Middle Collegiate Church wurde 1892 erbaut. Sie gehörte zu den Collegiate Churches of New York, einer Gemeinde, deren Geschichte bis zu niederländischen Siedlern im frühen 17. Jahrhundert zurückreicht.

Auf der Webseite der Kirche heißt es zudem, im Kirchturm des Gotteshauses befinde sich die New Yorker Liberty Bell. Die Glocke wurde demnach im Juli 1776 geläutet. In diesem Jahr wurde die amerikanische Unabhängigkeitserklärung erstmals verlesen. Die Unterzeichnung und Veröffentlichung des Dokuments gilt als Geburtsstunde der USA. Seitdem sei die Glocke zu der Amtseinführung und im Falle des Todes eines US-Präsidenten geläutet worden, ebenso ertönt ihr Geläut zu wichtigen Ereignissen in New York, etwa am Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center am 11. September 2001.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 06. Dezember 2020 in den Nachrichten.

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