Blick auf den leeren Times Square in New York | Bildquelle: JUSTIN LANE/EPA-EFE/Shutterstock

Coronavirus in New York "Wir sind das Epizentrum der USA"

Stand: 26.03.2020 08:17 Uhr

Auch in New York steigt die Infektionsrate an - 30.000 Infizierte sind es zurzeit, die Zahl der Toten liegt bei fast 300. Die Behörden versuchen, einen Zusammenbruch des Gesundheitssystems zu verhindern.

Von Peter Mücke, ARD-Studio New York

Der Times Square - fast menschenleer. Die Brooklyn Bridge - touristenfrei. Die Luxus-Boutiquen an der Fifth Avenue - geschlossen. MoMa, Metropolitan Museum und Opera sind dicht. Die Broadway-Bühnen sind dunkel. Gut drei Wochen, nachdem in Manhattan der erste Fall nachgewiesen wurde, hat das Coronavirus auch New York lahmgelegt. "Ich finde das furchtbar, aber notwendig. Das Risiko wäre viel zu groß. Also müssen wir damit umgehen, was die Regierung sagt", sagt ein Passant.

New York hat höchste Zahl der Corona-Infektionen in den USA
tagesschau 20:00 Uhr, 26.03.2020, Christiane Meier, ARD New York

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Firmen feuern ihre Belegschaft

Und die hat angeordnet, alle "nicht lebensnotwendigen Einrichtungen" zu schließen. Reihenweise feuern die Firmen ihre Belegschaft. Kündigungsschutz gibt es kaum. Kurzarbeit sowieso nicht. Auch die Restaurants, die noch versuchen, sich mit Gerichten zum Mitnehmen über Wasser zu halten, haben die meisten ihre Mitarbeiter auf die Straße gesetzt:

"Wir hatten mal 30 Mitarbeiter", sagt eine Restaurantbetreiberin. "Am Sonntag mussten wir 90 Prozent davon entlassen. Das sind Leute, die sowieso kaum Geld haben. Das ist eine sehr harte Realität."

Infizierten-Zahl verdoppelt sich alle drei Tage

Die noch deutlich härter zu werden droht. Schon jetzt werden rund 4000 Menschen in Krankenhäusern der Stadt wegen einer Coronavirus-Infektion behandelt. Derzeit verdoppelt sich die Zahl der Infizierten alle drei Tage. Die Notaufnahmen sind voll. Hospitäler haben Zelte aufgestellt, damit Kranke nicht im Freien warten müssen.

"Wir sind das Epizentrum der USA dieser Krise", sagt New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio. "Und weil wir die größte Stadt in den USA sind und das ganze Land auf uns angewiesen ist, brauchen wir Hilfe aus Washington."

de Blasio New York | Bildquelle: AP
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New Yorks Bürgermeister de Blasio fordert mehr Unterstützung von der Regierung.

Seit Tagen überbieten sich Bürgermeister de Blasio und der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, darin, in täglichen Pressekonferenzen Alarm zu schlagen, um mehr Unterstützung von der US-Regierung zu bekommen.

"New York ist der Kanarienvogel im Kohlenbergwerk", sagt Cuomo. "Wir haben die höchste und am schnellsten steigende Zahl an Infektionen. Was in New York passiert, wird auch in Kalifornien, Washington State oder Illinois passieren. Das ist nur eine Frage der Zeit. Aber wir sind die ersten."

Intensiv-Betten und Personal fehlen

Ein Lazarettschiff der US-Marie soll Anfang April in New York vor Anker gehen. Das größte Konferenzzentrum der Stadt wird zum Not-Hospital umgebaut. Cuomo will die Wohnheime der längst geschlossenen Universitäten den überlasteten Krankenhäusern zur Verfügung stellen. Insgesamt würden bis zu 140.000 Krankenhausbetten benötigt - derzeit gibt es 53.000. Doch am dringendsten fehlten Intensiv-Betten, Personal und vor allem Beatmungsgeräte.

New York Medical center | Bildquelle: AP
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In New Yorks Krankenhäusern fehlen Intensivbetten, Beatmungsgeräte und Personal.

                                                                                             

"Die Patienten haben akute Atembeschwerden", sagt Cuomo. "Sie brauchen die Beatmungsgeräte. Diese Maschinen machen am Ende den Unterscheid, ob diese Patienten sterben oder überleben." 40.000 Beatmungsgeräte werden im Bundesstaat New York benötigt, sagt Cuomo.

Die Krankenhäuser halten aber gerade mal 3000 vor. Inzwischen sind einige Tausend zusätzliche auf dem Weg. Das reiche jedoch nicht, weshalb in einigen Krankenhäusern zwei Patienten mit einer Maschine beamtet würden. Und die Zeit drängt, sagt Cuomo. Denn schon in zwei bis drei Wochen werde die Pandemie ihren Höhepunkt erreichen - deutlich früher als bisher erwartet.

"Die Infektionsrate steigt schneller, und es werden insgesamt mehr Menschen infiziert als gedacht. Das ist eine schlechte Kombination", sagt Cuomo.

New York in der Corona-Krise - Der Kanarienvogel im US-Bergwerk
Peter Mücke, ARD New York
26.03.2020 07:05 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. März 2020 um 20:00 Uhr.

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