James Levine | Bildquelle: AP

Missbrauchsvorwürfe Levine klagt gegen Rauswurf

Stand: 16.03.2018 08:43 Uhr

Star-Dirigent Levine bleibt dabei: Vorwürfe, er habe junge Musiker sexuell missbraucht, seien unbegründet. Deshalb klagt er gegen seine Entlassung durch die New Yorker "Met" - und äußert einen Verdacht.

Drei Tage nach seinem Rauswurf hat Star-Dirigent James Levine die New Yorker Metropolitan Oper wegen Vertragsbruchs und Rufschädigung verklagt. Wie die "New York Times" berichtete, fordert Levine in der beim Obersten Gericht des Staats New York eingereichten Klage mehr als 5,8 Millionen Dollar Schadensersatz und die Wiederherstellung von "Namen, Ruf und Karriere".

Der 74-Jährige war nach Vorwürfen sexuellen Missbrauchs zunächst suspendiert und dann am Montag entlassen worden. In der Klage heißt es laut der Zeitung, Levine bestreite "klar und unmissverständlich jegliches Fehlverhalten" in Zusammenhang mit den Anschuldigungen.

Der Rauswurf sei das Ergebnis eines lange gehegten Plans von "Met"-Geschäftsführer Peter Gelb, ihn loszuwerden. Das Opernhaus habe nach "vagen und unbegründeten Anschuldigungen in der Presse" gehandelt. Zudem gebe es in seinem Vertrag keine Klausel, nach der die Oper ihn feuern oder freistellen könne.

Die Metropolitan Opera in New York | Bildquelle: AFP
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40 Jahre lang bestimmte Levine das musikalische Geschehen an der "Met".

Oper spricht von glaubwürdigen Hinweisen

Das Opernhaus wies die in der Klage aufgeführten Anschuldigungen umgehend zurück. "Met"-Anwältin Bettina Plevan erklärte laut Zeitungsbericht dagegen, man habe den Vertrag mit Levine aufgelöst, nachdem eine gründliche Untersuchung glaubwürdige Hinweise auf sexuelles Fehlverhalten des Dirigenten während seiner Zeit an der Oper enthüllt habe. Es sei "schockierend", dass Levine sich geweigert habe, Verantwortung für seine Handlungen zu übernehmen und stattdessen auf die Metropolitan Oper mit einer Klage "gespickt von Unwahrheiten" losgehe.

Levine, der als einer der besten Dirigenten der USA gilt, ist der bislang prominenteste Vertreter der Klassik-Welt, der im Zuge der #MeToo-Debatte um sexuelle Übergriffe seinen Job verloren hat. Der 1943 im US-Bundesstaat Ohio geborene Levine hatte seit den frühen 1970er-Jahren an dem New Yorker Opernhaus gearbeitet und war seit 1975 der musikalische Leiter der "Met".

Nach gesundheitlichen Problemen hatte er sich 2016 von dem Posten zurückgezogen, aber in verschiedenen Rollen weiter für das Opernhaus gearbeitet, unter anderem als Betreuer für junge Künstler.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 13. März 2018 um 23:08 Uhr.

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