Kronprinz Mohammed bin Salman | Bildquelle: AP

Iran-Konflikt Saudischer Kronprinz warnt vor Eskalation

Stand: 30.09.2019 03:39 Uhr

Im Konflikt mit dem Iran ruft der saudische Kronprinz bin Salman die Weltgemeinschaft zu "entschlossenen Maßnahmen" gegen Teheran auf. Nur so könne eine weitere Eskalation der Lage verhindert werden.

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman hat die internationale Gemeinschaft vor einer weiteren Eskalation im Konflikt mit dem Iran gewarnt. "Wenn die Welt keine starken und entschlossenen Maßnahmen ergreift, um den Iran abzuschrecken, dann werden wir weitere Eskalationen sehen, die die Interessen der Welt bedrohen werden", sagte der Kronprinz in einem Interview. "Die Ölversorgung wird unterbrochen und die Ölpreise werden auf unvorstellbar hohe Zahlen steigen, die wir in unserem Leben noch nicht gesehen haben."

Mitte September war in Saudi-Arabien eine wichtige Öl-Anlage angegriffen worden. Deutschland, Frankreich und Großbritannien waren vergangene Woche der US-Einschätzung gefolgt, dass Teheran für die Attacke Verantwortung trage. Ursprünglich hatten sich die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen zu dem Angriff bekannt, was von den USA jedoch als falsches Bekenntnis gewertet wurde. Teheran jedoch weist die Vorwürfe zurück.

Jahrelanger Konflikt im Jemen

Der Angriff habe nicht das Herz der saudischen Energieindustrie, sondern das Herz der globalen Energieindustrie getroffen, sagte bin Salman. Er fügte aber hinzu: "Eine politische und friedliche Lösung ist viel besser als eine militärische." Alle wollten einen neuen Deal mit dem Iran, Teheran aber wolle nicht an den Verhandlungstisch. Wenn der Iran damit aufhören würde, die Huthis im Jemen zu unterstützen, wäre eine politische Lösung viel leichter zu erreichen - lieber heute als morgen.

Saudi-Arabien war im März 2015 mit weiteren arabischen Staaten in den Krieg im südlichen Nachbarland Jemen eingetreten. Das sunnitische Königreich will den Einfluss seines schiitischen Erzrivalen Iran, der die Huthis unterstützt, zurückdrängen.

Verantwortung für Khashoggi-Mord übernommen

Im selben Interview äußerte sich der Kronzprinz zudem zur Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi. Er nehme als Teil der politischen Führung Saudi-Arabiens die "volle Verantwortung" für den Mord, bestritt jedoch, das Verbrechen angeordnet zu haben. Dies sei "absolut nicht" der Fall gewesen. Die Ermordung des Journalisten war demnach "ein Fehler".

Kerzen und Poster des Journalisten Khashoggi vor dem Konsulat von Saudi-Arabien in Istanbul. | Bildquelle: AP
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Die Leiche des ermordeten Journalisten Khashoggi wurde nie gefunden.

Khashoggi hatte das saudische Konsulat in der Türkei am 2. Oktober 2018 betreten, um Dokumente abzuholen, die er für die Hochzeit mit seiner türkischen Verlobten brauchte. Agenten der saudischen Regierung töteten Khashoggi im Konsulat in Istanbul. Seine Leiche, wurde nie gefunden. Saudi-Arabien klagte elf Menschen wegen Mordes an und stellte sie vor Gericht. Der Prozess ist nicht öffentlich, bisher wurde niemand verurteilt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. September 2019 um 06:00 Uhr.

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