Anschlagsort in Manbidsch | Bildquelle: dpa

Attacke im syrischen Manbidsch US-Soldaten sterben bei Attentat

Stand: 16.01.2019 22:02 Uhr

Die US-Regierung hält den IS für geschlagen, doch stabil ist die Lage in Syrien nicht. Bei einem Anschlag in Manbidsch wurden mehrere Menschen getötet - unter ihnen auch US-Soldaten.

Im Norden Syriens sind bei einem Selbstmordanschlag mehrere Menschen getötet worden. Nach Angaben des Zentralkommandos der US-Streitkräfte waren unter den Opfern auch zwei US-Soldaten. Zudem seien ein Zivilbediensteter der USA und ein lokaler Mitarbeiter, der für die US-Streitkräfte gearbeitet habe, getötet worden.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von 16 Todesopfern, darunter neun Zivilisten und mindestens fünf syrische Kämpfer, die von den USA unterstützt wurden. Ein lokaler Stadtrat sprach von mehr als einem Dutzend Toten und Verletzten. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" reklamierte die Tat über ihr Sprachrohr Amak für sich.

Ersten Berichten zufolge ereignete sich eine Explosion. Videos, die von lokalen Aktivisten und Nachrichtenagenturen veröffentlicht wurden, zeigten ein Restaurant mit erheblichem Schaden und eine Straße, die mit Schutt und Blut bedeckt war. Mehrere Autos wurden beschädigt.

US-Soldaten am Anschlagsort in Manbidsch | Bildquelle: AFP
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US-Soldaten am Anschlagsort in Manbidsch

Strategisch wichtige Stadt

Das US-Militär schickte Hubschrauber nach Manbidsch, um Soldaten auszufliegen. Die Stadt nahe der türkischen Grenze ist für die Armee strategisch wichtig. Hier kreuzen sich Gebiete, die unter russischem, türkischem und kurdischem Einfluss stehen.

Manbidsch selbst wird seit zwei Jahren von Kurden kontrolliert. Sie hatten zuvor mit Hilfe des US-Militärs die Kämpfer des IS aus der Stadt vertrieben. Neben US-Soldaten sind auch französische Spezialkräfte in der Stadt westlich des Euphrat stationiert. In Manbidsch war die Lage zuletzt weitgehend ruhig.

Pence: "IS ist besiegt"

Der heutige Vorfall könnte die Debatte über den von US-Präsident Donald Trump angeordneten Rückzug der rund 2000 US-Soldaten aus Syrien neu befeuern. Trump hatte den Abzug im Dezember bekannt gegeben und damals erklärt, der IS sei besiegt. Beobachter halten die Terrormiliz in Syrien zwar für massiv geschwächt, aber noch lange nicht geschlagen.

Trotz des Anschlags erklärte Trumps Vize Mike Pence in einer Rede, das Kalifat des IS sei "zusammengebrochen" und die Terrormiliz "besiegt". Dank Trumps Führungsstärke sei man nun in der Lage, die US-Soldaten heimzuholen. Auf den Anschlag selbst ging Pence bei der Ansprache im Außenministerium nicht ein.

US-Soldaten bei Anschlag in Nordsyrien getötet
Torsten Teichmann, ARD Washington
16.01.2019 19:27 Uhr

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Mit Informationen von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. Januar 2019 um 18:00 Uhr.

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