Demonstration in London gegen US-Präsident Trump | AFP

US-Präsident in Großbritannien Zehntausende protestieren gegen Trump

Stand: 13.07.2018 19:30 Uhr

Mehrere Protestzüge in Londons Innenstadt, ein überfüllter Trafalgar-Square: Zehntausende haben gegen den US-Präsidenten demonstriert. Trotz der Wut auf Trump blieb es friedlich - sogar heiter.

Zehntausende Menschen sind gegen den Besuch von US-Präsident Donald Trump in Großbritannien auf die Straße gegangen. Schätzungen der Initiative "Stop Trump" sprachen sogar von "mindestens 250.000" Demonstranten allein in London. Auch in anderen Städten wie Belfast und Windsor gab es Demos.

Überfüllte Innenstadt

Mehrere Protestzüge führten durch die Londoner Innenstadt zum Regierungsviertel zwischen dem Parlament und dem Trafalgar Square. Die Polizei teilte mit, der Platz habe seine Kapazität erreicht. Über der Innenstadt kreisten mehrere Hubschrauber.

Aufgerufen zu den Demos hatten unter anderem Gewerkschaften, Menschenrechtsaktivisten und religiöse Gruppen. Sie werfen Trump Sexismus, Rassismus und Hass auf Homosexuelle vor. Mit Slogans wie "Trump nicht willkommen" oder "Weg mit Trump" machten sie ihrem Unmut über den US-Präsidenten Luft.

Proteste in London gegen Donald Trump | ANDY RAIN/EPA-EFE/REX/Shuttersto

In einer Crowdfunding-Aktion wurde Geld gesammelt, um den Riesen-Baby-Ballon zu finanzieren. Bild: ANDY RAIN/EPA-EFE/REX/Shuttersto

Doch trotz der Wut auf Trump herrschte insgesamt eine heitere Stimmung. Einige Teilnehmer zogen tanzend und singend durch die Straßen. Hunderte hatten sich bereits am Vormittag auf dem Parliament Square versammelt und beobachtet, wie ein etwa sechs Meter großer Helium-Ballon in Form eines Trump-Babys in Windeln über dem Platz schwebte.

Streit um Trump-Ballon

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan verteidigte die Genehmigung des satirischen Protests. Kritiker hatten den Ballon als beleidigend gegenüber Trump empfunden und gefordert, die Aktion zu unterbinden. "Ehrlich gesagt, ist die Idee, dass wir das Recht auf Meinungsfreiheit einschränken, weil sich ein ausländischer Politiker auf den Schlips getreten fühlen könnte, ein Gang am Abgrund", sagte Khan dem BBC-Radio.

Trump hatte den populären Khan zuvor in einem Interview mit der "Sun" heftig angegriffen und indirekt für Terroranschläge und Kriminalität in der britischen Hauptstadt verantwortlich gemacht. "Ich denke, dass er einen sehr schlechten Job beim Terrorismus gemacht hat, einen sehr schlechten Job bei der Kriminalität", sagte Trump.

Bereits am Donnerstag hatten mehrere Hundert Menschen vor dem Eingang zum Gelände von Blenheim Palace, nahe Oxford, demonstriert. Dort hatte Premierministerin Theresa May Trump zu einem Gala-Dinner empfangen. Auch vor der Botschafterresidenz in London, wo Trump die Nacht verbrachte, hatten Dutzende Aktivisten lautstark auf sich aufmerksam gemacht.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Juli 2018 um 20:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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DerTopfgucker 13.07.2018 • 23:11 Uhr

Die Briten haben gut

Die Briten haben gut vorgelegt. Ich hoffe in Deutschland auf mindestens ganau so viel Protest und Ideen, falls er sich noch mal in Berlin sehen lassen will.