Konfizierte Militärfahrzeuge in Zawiyah | Bildquelle: REUTERS

Vormarsch von General Haftar Libyen wird Thema im UN-Sicherheitsrat

Stand: 05.04.2019 19:29 Uhr

Wegen der drohenden Eskalation in Libyen kommt der UN-Sicherheitsrat am Abend zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Derweil wurde der Vormarsch des libyschen Generals Haftar offenbar von Milizen gestoppt.

Wegen des Vormarsches des ostlibyschen Generals Khalifa Haftar auf die Hauptstadt Tripolis hat Deutschland für den Abend eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats einberufen. Deutschland und Frankreich haben gerade den Vorsitz im wichtigsten UN-Gremium inne. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin, die Bundesregierung sehe die Entwicklung mit großer Sorge. Es könne in Libyen keine militärische Lösung geben.

Auch mehrere andere Länder äußerten Sorge vor einer Eskalation in dem nordafrikanischen Land. Russland warnte vor einem "erneuten Blutvergießen" in Libyen. Die Situation müsse mit "friedlichen politischen Mitteln" geklärt werden, sagte Kremlsprecher Dimitri Peskow.

Antonio Guterres und Aguila Saleh | Bildquelle: REUTERS
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UN-Generalsekretär Guterres besuchte Libyen, um zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln. Er traf unter anderem den Parlamentspräsidenten Aguila Saleh.

Zuvor hatten bereits die USA, Frankreich, Italien, Großbritannien und die Vereinigten Arabischen Emirate vor militärischer Gewalt gewarnt und mit Konsequenzen gedroht. "Unsere Regierungen sind gegen jede militärische Aktion in Libyen und werden jedwede libysche Fraktion zur Rechenschaft ziehen, die weiteren Konflikt hervorruft", hieß es in einer Erklärung.

Guterres besorgt über Eskalation

UN-Generalsekretär António Guterres rief die Konfliktparteien auf, eine militärische Konfrontation zu vermeiden. Es gebe keine militärische, nur eine politische Lösung, twitterte er.

Er war zuvor nach Tripolis, Tobruk und Bengasi gereist. Sein Sprecher erklärte, der UN-Generalsekretär habe sowohl mit dem libyschen Parlamentspräsidenten Aguila Saleh als auch mit Haftar gesprochen, der in Bengasi residiert. Guterres ist inzwischen nach Jordanien weiter gereist. Er habe Libyen tief besorgt und schweren Herzens verlassen, schrieb er.

Haftars Kämpfer hatten am Donnerstag die Stadt Gharya etwa 80 Kilometer südlich der Hauptstadt eingenommen. Doch der Vormarsch der Truppen der "Libyan National Army" (LNA) auf die Hauptstadt Tripolis wurde offenbar vorerst gestoppt. Eine regierungstreue Miliz aus der Stadt Sawija habe Haftars Einheiten in der Nacht zu Freitag nach einem kurzen Feuergefecht von einem wichtigen Kontrollpunkt westlich von Tripolis zurückgedrängt, verlautete aus Sicherheitskreisen in Tripolis.

Bürgerkrieg in Libyen droht zu eskalieren
tagesschau 20:00 Uhr, 05.04.2019, Alexander Stenzel, ARD Kairo

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Offenbar Soldaten bei Kämpfen festgenommen

Dabei seien 145 Kämpfer der östlichen Milizen in der Stadt Sawija westlich von Tripolis gefangen genommen worden. Zudem seien 60 Fahrzeuge beschlagnahmt worden. LNA-Militärkreise bestätigten die Gefangennahme von 128 Männern. Auch wurde offenbar ein Kontrollpunkt von regierungstreuen Milizen zurückerobert, den Haftars Truppen vorher unter Kontrolle gebracht hatten. Die regierungstreue "Tripolis Protection Force" erklärte, ihre Kämpfer seien an der Wiedereroberung des Kontrollpunktes beteiligt gewesen.

Eine weitere westlibysche Miliz, die Tripolis bislang teilweise kontrolliert, kündigte Widerstand an. "Wir erklären die totale Mobilmachung und den Krieg", erklärte die Gruppe aus der Stadt Misrata.

Haftar vor Tripolis

Haftars Truppen befinden sich nur wenige Dutzend Kilometer vor der Hauptstadt Tripolis. Er kontrolliert den Osten des Landes und ist der mächtigste Gegenspieler der international anerkannten Regierung Libyens, die in Tripolis ihren Sitz hat. Er hatte am Donnerstag seinen Truppen befohlen, in die Hauptstadt einzumarschieren.

In Libyen ist die Staatsmacht seit dem Sturz und Tod des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 zerfallen. Haftar beherrscht den Osten des nordafrikanischen Landes, islamistische Gruppen den Westen. Tripolis wird von einer schwachen Regierung kontrolliert, die von den Vereinten Nationen und einigen Milizen unterstützt wird. Haftar wird von Ägypten und einer Reihe von Staaten am Persischen Golf unterstützt. Er führte zunächst einen Feldzug nach Süden und brachte Grenzübergänge unter seine Kontrolle.

Mit Informationen von Kai Clement, ARD-Studio New York

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. April 2019 um 14:00 Uhr.

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