Ein Soldat untersucht Landminen im Jemen. (Archivbild) | dpa

Bericht für 2018 Mehr als 3000 Tote durch Landminen

Stand: 21.11.2019 11:30 Uhr

Im vergangenen Jahr sind mehr als 3000 Menschen durch Landminen und Blindgänger getötet worden. Mehr als 3800 Menschen wurden verletzt. Vor allem die Zahl der Opfer selbstgebauter Minen ist so hoch wie nie zuvor.

Mehr als 20 Jahre nach Inkrafttreten des Verbots von Landminen kommen jährlich noch immer Tausende Menschen bei der Explosion solcher Sprengsätze ums Leben. Nach Angaben der Internationalen Kampagne für das Verbot von Landminen wurden im vergangenen Jahr 3059 Menschen durch Minen und andere explosive Kriegsüberreste getötet. 3837 weitere zogen sich dadurch Verletzungen zu. Bei einem Opfer sei unklar, ob es überlebt habe.

Den Angaben zufolge handele es sich überwiegend um Zivilisten. Mehr als jedes zweite Opfer sei ein Kind. Trotz eines Rückgangs im Vergleich zu den drei Vorjahren sei 2018 das vierte Jahr in Folge mit außergewöhnlich hohen Opferzahlen gewesen.

Minen-Warnschild in der Ukraine | REUTERS

Auch in der Ukraine kommen Landminen zum Einsatz. Bild: REUTERS

Improvisierte Minen

Das hänge vor allem mit bewaffneten Konflikten in Ländern wie Afghanistan, Mali, Myanmar, Nigeria, Syrien und der Ukraine zusammen. Die Zahl der Opfer selbstgebauter Minen sei mit 3789 diesmal so hoch wie noch nie zuvor, heißt es in dem Bericht.

Die Kampagne setzt sich aus Hunderten Organisationen in zahlreichen Ländern zusammen. Für ihren Beitrag zum Ottawa-Vertrag, der Herstellung, Lagerung, Einsatz und Weitergabe von Anti-Personen-Minen verbietet, war die Kampagne 1997 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. In der kommenden Woche treffen sich die Vertragsstaaten in Oslo, um die Lage im Kampf gegen Landminen zu überprüfen.

Die Organisation Handicap International geht davon aus, dass die Dunkelziffer noch deutlich höher sei. Sie forderte die beteiligten Staaten auf, das humanitäre Völkerrecht durchzusetzen und Kriegsparteien dazu zu drängen, den Einsatz dieser Waffen zu beenden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. November 2019 um 12:00 Uhr.

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