Krezkapsäule aus Namibia | Bildquelle: picture alliance / Paul Zinken/d

Kolonialvergangenheit Namibia erhält Kreuzkap-Säule zurück

Stand: 17.05.2019 14:11 Uhr

Deutschland gibt ein Steinmonument an Namibia zurück. Die rund 3,5 Meter hohe Kreuzkap-Säule war in der Kolonialzeit vor 125 Jahren nach Berlin geschafft worden.

Kaiser Wilhelm II. hatte verfügt, das über eine Tonne schwere Monument aus der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika nach Deutschland zu schaffen. Nun wird sie nach Namibia zurückgebracht. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) wird sie im Spätsommer gemeinsam mit dem Präsidenten des Deutschen Historischen Museums (DHM), Raphael Gross, übergeben.

Die namibische Regierung hatte vor zwei Jahren offiziell die Rückgabe der als "Cape Cross" bekannten Säule beantragt. Im Juni vergangenen Jahres hatte das DHM mit rund 400 internationalen Experten ein Symposium zu ihrer Geschichte veranstaltet. Gestern entschied das Kuratorium des Museums einstimmig, die Säule zu überführen.

Deutschland gibt Kreuzkap-Säule an Namibia zurück
tagesschau 15:00 Uhr, 17.05.2019

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Symbol portugiesischer Herrschaft

Gross sagte, das "Cape Cross" sei für Namibia von großer historischer und kultureller Bedeutung. Es sei eines der wenigen Objekte, das die Landnahme durch die Portugiesen und damit den Beginn der Kolonialgeschichte für die Namibier dokumentiere.

Bei der Kreuzkap-Säule handelt es sich um ein ehemaliges portugiesisches Herrschaftszeichen, das von Portugal um 1486 an der heutigen namibischen Küste aufgestellt wurde. Kaiser Wilhelm II. ließ sie 1894, als das Land zur Kolonie Deutsch-Südwestafrika geworden war, nach Berlin bringen. Eine 1895 von Deutschen aufgestellte Granit-Kopie der Säule wurde 1968 von Namibia zum Nationaldenkmal erklärt.

Krezkapsäule aus Namibia | Bildquelle: picture alliance / Paul Zinken/d
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Das "Cape Cross": Ein Tonnen schweres Monument der namibischen Geschichte.

Laut dem Auswärtigem Amt handelt es sich um das derzeit einzige Kulturgut aus kolonialen Kontexten, für das eine offizielle Rückgabeforderung bei der Bundesregierung vorliegt. Bereits im August vergangenen Jahres hatte das Auswärtige Amt menschliche Überreste nach Namibia überführt. Ende Februar gab Baden-Württemberg zudem die sogenannte Witbooi-Bibel an den westafrikanischen Staat zurück.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Mai 2019 um 16:00 und NDR Info um 15:15 Uhr.

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