Ausschreitungen in Kirgistan. | Bildquelle: dpa

Ausschreitungen in Kirgistan Gewalt nach Festnahme von Ex-Präsident

Stand: 08.08.2019 19:18 Uhr

Anhänger von Ex-Präsident Atambajew liefern sich nahe der kirgisischen Hauptstadt Bischkek Straßenschlachten mit Sicherheitskräften der Regierung.

Von Oliver Soos, ARD-Studio Moskau

Die Lage in Kirgistan ist unübersichtlich. In Koi-Tasch, einem Vorort der Hauptstadt Bischkek, in der sich der Ex-Präsident Almasbek Atambajew in seiner Residenz verschanzt hatte, liefern sich seine Anhänger Straßenschlachten mit den Sicherheitskräften der Regierung.

Videoclips zeigen etwa 50 schreiende Menschen auf einer staubigen Landstraße, die Steine werfen. Schüsse und Explosionen sind zu hören. Militärhubschrauber kreisen in der Luft.

Kirgisische Medien melden, Atambajew habe sich bereits ergeben. Er sei von den Sicherheitskräften in einem schwarzen Transporter ins Innenministerium gefahren worden.

Ausschreitungen in Kirgistan wegen Festnahme von Ex-Präsident Atambajew
tagesschau 20:00 Uhr, 08.08.2019

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Rechtliche Schritte gegen Atambajew bereits eingeleitet

Atambajew war von 2011 bis 2017 kirgisischer Präsident. Sein Nachfolger und ehemaliger politischer Ziehsohn, Sooronbai Dscheenbekow, will ihn wegen Korruption, dubioser Geschäfte und der Beteiligung an der Freilassung eines Mafia-Bosses vor Gericht bringen.

Die rechtlichen Schritte waren bereits eingeleitet, sagt Alexander Rosenplänter von der Friedrich-Ebert-Stiftung in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek. Nachdem das Parlament Atambajew im Juni die Immunität entzogen hatte, sei der Weg frei gewesen für Ermittlungen.

"Atambajew wurden mehrfach Vorladungen zugesandt, doch man musste mit massivem Widerstand rechnen. Atambajew hatte sich mit seinen Gefolgsleuten seit Wochen in seinem Heimatort Koi-Tasch verschanzt und das hatten sie auch medienwirksam zelebriert", erklärt Rosenplänter.

Viele Menschen bei Stürmungsversuch verletzt

In der Nacht zu Donnerstag scheiterte dann der erste Stürmungsversuch der Sicherheitskräfte. Einer von ihnen wurde dabei getötet. 40 Menschen erlitten Verletzungen, vor allem Schussverletzungen und Schädel-Hirn-Traumata.

Die Atambajew-Anhänger hatten aus der Residenz des Ex-Präsidenten zurückgeschossen. Kirgisische Medien berichten über Militärmunition.

Ausschreitungen in Koi-Tasch | Bildquelle: dpa
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Unterstützer des ehemaligen Präsidenten von Kirgisistan, Atambajew, tragen nach gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften einen Verletzten.

Beobachter fürchten neue politische Unruhen

Atambajew kritisiert Dscheembekow offen und rief zu Protesten gegen den Präsidenten auf. Er bereue, ihn aufgebaut und ins Amt gebracht zu haben. Dscheembekow betreibe Vetternwirtschaft und mache aus dem nach Demokratie strebenden Kirgistan wieder einen autoritären Staat.

Viele Beobachter befürchten nun neue politische Unruhen in Kirgistan, wie vor rund zehn Jahren. Doch noch deutet bislang nichts darauf hin, sagt Rosenplänter. Die Auseinandersetzungen würden sich im Moment nur im Vorort Koi-Tasch abspielen.

Das Zerwürfnis der Politiker werde seit Frühjahr 2018 in aller Öffentlichkeit ausgetragen. "Es ist das bestimmende Thema in den lokalen Medien. Dennoch gibt es hier keine Panik", sagt Rosenplänter. Das Leben in Bischkek laufe ganz normal ab. Einige Shopping-Malls und kleinere Geschäfte hätten wegen angekündigter Demonstrationen früher geschlossen. "Bislang ist es ruhig.“

Dafür wird im Vorort Koi-Tasch weiter gekämpft. Bei den Auseinandersetzungen sollen mindestens vier Regierungskräfte Schussverletzungen erlitten haben.

Ex Präsident Kirgistans festgenommen - Straßenschlachten in Koi Tasch
Oliver Soos, ARD Moskau
08.08.2019 17:59 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. August 2019 um 17:00 Uhr.

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