Siti Aisyah nach ihrer Freilassung | Bildquelle: AP

Mordfall Kim Jong Nam Überraschend in Freiheit

Stand: 11.03.2019 08:31 Uhr

Vor zwei Jahren wurde der Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un am Flughafen in Kuala Lumpur getötet. Er starb, nachdem ihn zwei Frauen mit Nervengift eingerieben hatten. Eine der beiden wurde nun freigelassen.

Überraschende Wendung im Mordfall Kim Jong Nam: Zwei Jahre saß eine Indonesierin unter dem Verdacht in Haft, an dem Mord am Halbbruder von Nordkoreas Machthaber beteiligt gewesen zu sein. Nun kam sie überraschend frei.

Ein Gericht in Malaysia entschied auf Antrag der Staatsanwaltschaft, dass das Verfahren gegen die 27-jährige Indonesierin Siti Aisyah eingestellt wird. Gründe für die Entscheidung nannten die Richter nicht. Beim Verlassen des Gerichtssaals wirkte Aisyah gelöst. "Ich bin überrascht und sehr glücklich", sagte sie. Ihren Anwälten zufolge sollte sie zur indonesischen Botschaft gebracht und dann bald nach Jakarta ausgeflogen werden. Indonesiens Botschafter Rusdi Kirana dankte der malaysischen Regierung. "Wir glauben, dass sie nicht schuldig ist", erklärte er.

Kim Jong Nam | Bildquelle: AP
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Kim Jong Nam starb 2017 nach einer Giftattacke auf dem Flughafen in Kuala Lumpur.

Nervengift in Gesicht und Augen

Die Indonesierin war zusammen mit der Vietnamesin Doan Thi Huong unmittelbar nach dem Anschlag auf den Nordkoreaner Kim Jong Nam im Februar 2017 auf dem Flughafen von Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur festgenommen worden. Kim Jong Nam wurde das Nervengift VX in Gesicht und Augen gerieben. Er starb zwei Stunden später.

Die Frauen behaupten, dass sie von einem Mann für eine Fernsehshow im Stil von "Versteckte Kamera" angeheuert wurden. Angeblich wussten sie nicht, dass es sich bei der Substanz, mit der Kim Jong Nam getötet wurde, um ein Nervengift handelte. Das Außenministerium in Jakarta bestritt eine Mordabsicht Aisyahs. Sie sei "getäuscht worden und bemerkte überhaupt nicht, dass sie vom nordkoreanischen Geheimdienst manipuliert wurde", teilte das Ministerium mit.

Eine der angeklagten Frauen im Prozess um den Giftmord an Kim Jong Nam | Bildquelle: REUTERS
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Die zweite Verdächtige Doan Thi Huong befindet sich weiter in Haft.

Weiterer Verdächtigen droht die Todesstrafe

Kim Jong Uns Halbbruder war in Nordkorea in Ungnade gefallen und lebte im Ausland. Der Fall hatte die Beziehungen zwischen Malaysia und Nordkorea massiv belastet. Vermutet wird, dass der nordkoreanische Geheimdienst hinter dem Anschlag steckt. Die Vietnamesin muss sich weiterhin vor Gericht verantworten. Bei einer Verurteilung droht ihr die Todesstrafe.

Im August 2018 hatte ein Oberster Richter befunden, dass es genügend Beweise für eine Verwicklung von Aisyah und Huong in den Mordkomplott gebe. Zudem sollen vier vermisste Personen aus Nordkorea daran beteiligt gewesen sein.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 11. März 2019 um 08:00 Uhr.

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