Abschlussberatungen in Kattowitz. | Bildquelle: REUTERS

UN-Klimagipfel Sumo-Ringen in Kattowitz

Stand: 15.12.2018 19:38 Uhr

Es ist zäh, es wird gefeilscht und gerungen - immer wieder wurde die Abschlussberatung des UN-Klimagipfels verschoben. Doch die Hauptarbeit ist getan.

Von Werner Eckert, SWR, zzt. Kattowitz

Michal Kurtyka, der viel gelobte polnische Präsident der Klimakonferenz, versucht es mit der Sumo-Ringer-Taktik: ein entscheidender Wurf nach langem Lauern. Seit 24 Stunden nun verhandelt er im Hintergrund mit wenigen Nationen. Langeweile in den Gängen. Immer wieder lässt er die abschließende Vollversammlung verschieben. Offenbar will er sicher sein, dass er mit einem Kompromisspapier dann auch durchkommt, wenn er es vorlegt. Schon früh hatte er die Krux dieser Verhandlungen benannt: Solange nicht alles entschieden ist, ist nichts entschieden.

Es gibt nur Gerüchte und Teilinformationen. Es hängt wohl an einem Konflikt zwischen Brasilien auf der einen Seite und der EU, vor allem aber der Schweiz auf der anderen Seite. Die Brasilianer wollen einen Paragrafen durchsetzen, der nach der Meinung der anderen ein Schlupfloch in den Handel mit Klimagasen reißt. Das könnte zu Doppelzählungen von Gutschriften führen - und zu drastisch weniger wirklichem Klimaschutz. Selbst gegen eine Vertagung dieses Themas sind sie.

Klimakonferenz: Teilnehmerstaaten ringen um gemeinsame Abschlusserklärung
tagesschau 20:00 Uhr, 15.12.2018, Olaf Bock, ARD Warschau, zzt. Kattowitz

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Das Regelwerk steht

Die Hauptarbeit aber ist getan, sagen Beobachter: Das so genannte Regelwerk, mit genauen Vorschriften, wie die Staaten ihre Zusagen aus dem Klimaabkommen von Paris messen und melden müssen, wie das kontrolliert wird, das steht, sagt Reimund Schwarze vom Umweltforschungszentrum Leipzig. "Wir haben jetzt ein Regelwerk, das umfassend und klar ist, und mit dem Äpfel und Birnen auch auseinandergehalten werden. So dass man vergleichen könne, was die Welt als Ganzes geschafft habe und sich gegenrechnen lässt, was erreicht werden solle. "Ich glaube, das ist unter dem Strich ein gutes Ergebnis."

Dass bei dieser Konferenz keine neuen, zusätzlichen Klimaschutzanstrengungen kommen würden, war von vornherein klar. Der Zeitpunkt dafür ist nächstes oder übernächstes Jahr. Die Staaten haben genug zu tun, um die aktuellen zu erfüllen.

Immerhin gibt es offenbar einen Formelkompromiss bei der Frage, wie die Konferenz auf den neuesten Bericht des Weltklimarates eingeht. Der sagt im Effekt: Schon 1,5 Grad Klimawandel haben drastische Auswirkungen. Er wird jetzt begrüßt und die Staaten werden aufgefordert, ihn bei ihren Klimaschutzanstrengungen zu berücksichtigen. Die USA, Russland, Saudi-Arabien und andere haben mehr verhindert.

"Kein Deal mit wissenschaftlichen Fakten"

Die vom Klimawandel betroffenen Inselstaaten hatten erbittert für eine deutlichere Sprache gekämpft: Ibrahim Nasir, der Premierminister der Malediven, appellierte: "Die Dörfer in unserem Land könnten nicht überleben. Wir haben noch zwölf Jahre Zeit zum Handeln. Die Wissenschaft ist klar. Und wir haben das nicht erfunden. Bitte verstehen Sie, dass man keinen Deal machen kann mit wissenschaftlichen Fakten. Man kann nicht mit physikalischen Gesetzen feilschen. Das ist, wie es ist. Wir hoffen, dass die Staaten das verstehen."

Noch ist unklar, wie die Konferenz endet. Denkbar ist fast alles. Auch ob der Wunsch der Bundesumweltministerin erfüllt wird: Svenja Schulze sagte vor den Schlussverhandlungen: "Wir wollen nicht irgendein Ergebnis, wir wollen ein richtig gutes Ergebnis haben."

Warten auf den Durchbruch beim Klimagipfel
Ralf Geißler, MDR
15.12.2018 14:28 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau am 15. Dezember 2018 um 20:00 Uhr.

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