Journalist bei einer Demonstration in Istanbul (Archivbild) | Bildquelle: picture-alliance/ dpa

Bericht aus den USA Weltweit 250 Journalisten in Haft

Stand: 11.12.2019 11:48 Uhr

In zahlreichen Staaten bezahlen Journalisten kritische Berichterstattung mit ihrer Freiheit, berichtet eine US-Organisation. Besonders viele sitzen demnach in China und in der Türkei hinter Gittern.

Weltweit sitzen mindestens 250 Journalisten im Gefängnis. Diese Zahl hat das US-amerikanische Komitee zum Schutz von Journalisten veröffentlicht. Die meisten sind demnach in China inhaftiert. Dort seien mindestens 48 Pressevertreter eingesperrt.

Damit habe China die Türkei von Platz eins abgelöst, wo 47 Reporter hinter Gittern ausharrten. Im vergangenen Jahr seien es noch 68 gewesen. Die Organisation verwies darauf, dass in der Türkei noch Prozesse gegen viele Journalisten liefen.

Der türkische Journalist Ahmet Altan nach seiner Verhaftung | Bildquelle: AFP
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Im November wurde der türkische Journalist Ahmet Altan kurz nach seiner Freilassung wieder verhaftet.

Auch im Nahen Osten nehmen Verhaftungen zu

Den dritten Platz teilen sich den Angaben zufolge Saudi-Arabien und Ägypten, wo jeweils mindestens 26 Journalisten inhaftiert seien. In Eritrea seien es 16, in Vietnam zwölf und im Iran elf. Im Nahen Osten hätten "Autoritarismus, Instabilität und Proteste" zu einer Zunahme der Verhaftungen geführt.

Die Gesamtzahl sei im Vergleich zu den Vorjahren zurückgegangen. Im Jahr 2018 habe sie bei 255 gelegen, 2016 bei 273. Dennoch sei sie weiterhin viel zu hoch, betonte das Komitee.

In China lasse sich beobachten, dass Präsident Xi Jinping seine politische Kontrolle über das Land gefestigt habe und in diesem Zuge die Zahl der inhaftierten Journalisten "stetig zugenommen hat", berichtet die Organisation. "Ein Durchgreifen in der Provinz Xinjiang - wo eine Million Mitglieder muslimischer ethnischer Gruppen in Internierungslager geschickt wurde - hat zur Verhaftung Dutzender Journalisten geführt." Unter ihnen befänden sich einige, die auch schon früher wegen journalistischer Aktivität in Gewahrsam genommen worden seien.

China bestreitet die Zahlen

Das chinesische Außenministerium erklärte, dass in den USA ansässige Institutionen keine Glaubwürdigkeit besäßen. Auf die Frage nach der Anzahl der in China inhaftierten Journalisten antwortete eine Sprecherin, sie könne die Zahl nicht bestätigen. Sie fügte hinzu, dass China ein Land sei, in dem Rechtsstaatlichkeit herrsche und niemand über dem Gesetz stehe. "Sie sollten sich glücklich schätzen, dass Sie in Peking und nicht in Washington arbeiten", sagte sie den Reportern.

Das Komitee zum Schutz von Journalisten hat seinen Sitz in New York und setzt sich weltweit für Pressefreiheit und die Rechte von Journalisten ein.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Dezember 2019 um 18:00 Uhr in den Nachrichten.

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