Polizei vor dem St.Thomas' Hospital in London. | ANDY RAIN/EPA-EFE/Shutterstock

Coronavirus in Großbritannien Johnson nicht am Beatmungsgerät

Stand: 07.04.2020 12:59 Uhr

Der britische Premierminister Johnson ist nach seiner Verlegung auf die Intensivstation mit Sauerstoff behandelt worden. An ein Beatmungsgerät wurde er aber nicht angeschlossen. Sein Vertreter Raab bemüht sich um Optimismus.

Der am Coronavirus leidende britische Premierminister Boris Johnson hat eine Sauerstoffzufuhr bekommen, wurde bislang aber nicht an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Dieses stehe aber bereit, sollte es notwendig werden, sagte der Staatssekretär für Kabinettsangelegenheiten, Michael Gove, im Radiosender LBC. 

Der britische Premier Boris Johnson. | dpa

Johnson hatte als erster Regierungschef eines führenden Landes seine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus öffentlich gemacht. Bild: dpa

Johnson hatte Ende März als erster Regierungschef eines führenden Landes seine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus öffentlich gemacht. Seine Symptome bezeichnete der 55-Jährige seinerzeit als leicht.

Nach gut einer Woche in Quarantäne in seiner Dienstwohnung wurde der Premier dann am Sonntagabend in ein Krankenhaus eingeliefert, da er weiterhin Symptome von Covid-19 zeigte. Am Montagnachmittag verschlechterte sich Johnsons Zustand, woraufhin er auf die Intensivstation verlegt wurde.

"Unglaublich starker Mannschaftsgeist"

In Johnsons Umfeld waren zuvor Befürchtungen geäußert worden, dessen Erkrankung könnte sich unter seiner hohen Arbeitsbelastung verschlimmert haben. Seine Amtsgeschäfte führt Außenminister Dominic Raab. Raab erklärt, der Regierungschef habe ihn gebeten, die Amtsgeschäfte dort zu übernehmen, wo dies erforderlich sei. "Es ist ein unglaublich starker Mannschaftsgeist hinter dem Premierminister. Der stellt sicher, dass alle Pläne des Premierministers umgesetzt werden. So werden wir das Land durch die Corona-Krise bringen, der wir gerade gegenüberstehen", sagte Raab.

Auch Ian Duncan Smith, früherer Parteichef der Konservativen, versucht, zu beruhigen. "Wir sollten in die Verlegung auf die Intensivstation nicht zu viel hinein interpretieren. Ich bin sicher, dass die Ärzte das getan haben, um ihn komplett zu stabilisieren, und zum Beispiel eine weitere Infektion behandeln zu können."

Kabinettsminister Gove begab sich am Vormittag in die Selbstisolation. Zur Begründung gab er an, ein Familienmitglied zeige Krankheitssymptome, die auf das Coronavirus hinweisen könnten.

Mehr als 50.000 Infektionen

Großbritannien kämpft mit Ausgangsbeschränkungen - ähnlich strikt wie in Bayern - gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Derzeit sind laut Johns-Hopkins-Universität 52.279 Infektionen bestätigt, Anfang April stieg die Zahl der Neu-Infektionen noch stark an. Die Zahl der Todesfälle liegt bei 5385.

Mit Informationen von Thomas Spickhofen, ARD-Studio London

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 06. April 2020 um 22:45 Uhr.