Selbstmordanschlag auf Kaserne in Aden | Bildquelle: AFP

Viele Tote im Jemen Selbstmordanschlag auf Soldaten

Stand: 18.12.2016 13:29 Uhr

Erst vor einer Woche hatte sich in Aden ein Selbstmordattentäter bei einem Militärlager in die Luft gesprengt. Nun kam es bei einer Kaserne in der Stadt im Südjemen erneut zu einem Selbstmordanschlag. Viele Soldaten wurden getötet.

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Kaserne in der jemenitischen Hafenstadt Aden sind mindestens 49 Soldaten getötet worden. Dutzende weitere Menschen wurden verletzt, viele von ihnen schwer, teilten die Behörden mit.

Ein Attentäter sprengte sich in der Nähe einer Militärbasis in die Luft, wo sich die Soldaten versammelt hatten, um ihren Sold abzuholen. Wie der Chef der Spezialeinheiten in Aden, Nasser Sarea, sagte, hatte sich der Attentäter unter wartende Soldaten vor seinem Haus gemischt. Sareas Haus liegt unweit des Militärstützpunkts Al-Saulaban im Viertel Al-Arisch im Nordosten der Stadt. Bilder vom Anschlagsort zeigten Blutflecken und verstreute Schuhe der Opfer auf dem sandigen Boden.

Inzwischen bekannte sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu dem Attentat. Erst am vergangenen Wochenende hatte der IS sich zu einem Selbstmordanschlag in einer Kaserne in Aden bekannt, bei dem 48 Soldaten getötet worden. Sie hatten ebenfalls auf die Zahlung ihres Solds gewartet. Im August hatte ein IS-Attentäter bei einem Selbstmordanschlag auf ein Rekrutierungszentrum des Militärs in Aden 71 Menschen getötet.

Mehr als nur ein Bürgerkrieg

Im Jemen tobt seit rund zwei Jahren ein Bürgerkrieg zwischen Anhängern der Regierung und schiitischen Huthi-Rebellen. Die rivalisierenden Regionalmächte Iran und Saudi-Arabien sind an dem Konflikt beteiligt. Truppen des sunnitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi kämpfen gegen die vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen und andere Milizen, die dem ehemaligen Staatschef Ali Abdallah Saleh die Treue halten.

Seit März 2015 fliegt ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis Luftangriffe auf die Rebellen und unterstützt damit die Hadi-Truppen. In dem Konflikt wurden nach UN-Angaben bereits mehr als 7000 Menschen getötet. Die sunnitische IS-Miliz und das Terrornetzwerk Al Kaida machen sich den Konflikt zunutze, um ihre Präsenz im Süden und Osten des Landes auszudehnen. In den vergangenen Monaten verübten sie vor allem in Aden immer wieder Anschläge.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. Dezember 2016 um 11:00 Uhr.

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