Der Tempelberg

Tempelberg in Jerusalem Israel streitet mit der UNESCO

Stand: 14.10.2016 22:05 Uhr

Der Tempelberg in Jerusalem ist Juden und Muslimen heilig. Ein Textentwurf in der UNESCO über diese heilige Stätte hat nun Entsetzen bei der israelischen Regierung ausgelöst. Sie will die Zusammenarbeit teilweise auf Eis legen.

Es geht um den Status von Jerusalem und den Tempelberg: Israel hat aus Protest gegen eine Entscheidung der UN-Kulturorganisation teilweise die Zusammenarbeit mit der internationalen Organisation gestoppt. Die Kooperation mit der UNESCO in den Bereichen Bildung und Forschung soll eingestellt werden, sagte ein Sprecher des israelischen Bildungsministeriums. Das Außenministerium werde seine diplomatische Arbeit fortsetzen.

Streitpunkt: Bezeichnung Jerusalems

Die Programm-Kommission des UNESCO-Exekutivrats hatte am Donnerstag eine von mehreren arabischen Ländern vorgelegte Resolution zu den israelisch besetzten Palästinensergebieten angenommen. Ein auf Mittwoch datierter Textentwurf verwendete für den sowohl für das Judentum als auch den Islam wichtigen Jerusalemer Tempelberg nur den arabischen Namen. Israel sieht darin eine Infragestellung der jüdischen Wurzeln in Jerusalem.

Der Text der Resolution soll nach Angaben aus UNESCO-Kreisen in Paris kommende Woche noch in der Plenarsitzung des Exekutivrats beraten werden. Bildungsminister Naftali Bennett schrieb in einem Brief an die UNESCO: "Die Entscheidung von Donnerstag bietet direkte Unterstützung für islamistischen Terror." Sein Sprecher erklärte, die langfristigen Auswirkungen der Entscheidung sollten in den kommenden Wochen diskutiert werden.

UNESCO: Bedeutung für Weltreligionen

Die UNESCO betonte inzwischen die Bedeutung der Stadt für alle drei monotheistischen Weltreligionen: "Das Erbe Jerusalems ist unteilbar und jede seiner Gemeinschaften hat ein Recht auf die klare Anerkennung seiner Geschichte und Beziehung mit der Stadt", sagte Unesco-Chefin Irina Bokowa. Dies gelte für das Judentum, das Christentum und den Islam.

Über die von Ägypten, Libanon, Algerien und vier anderen arabischen Ländern eingebrachten Resolutionen soll am Dienstag im Exekutivrat der UNESCO abgestimmt werden. Der Präsident des Gremiums, Michael Worbs, sprach sich nun aber für eine Verschiebung der Abstimmung aus, um "dem Dialog eine Chance zu geben". Es brauche mehr Zeit, um zu einem "Konsens" zu kommen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Oktober 2016 um 13:00 Uhr

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