US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: AP

Konflikt mit Teheran Trump droht Iran mit Auslöschung

Stand: 25.06.2019 18:55 Uhr

Neue Stufe der rhetorischen Eskalation: Im Konflikt mit dem Iran droht US-Präsident Trump mit "Auslöschung". Zuvor hatte Irans Präsident Rouhani der US-Regierung vorgeworfen, sie sei geistig zurückgeblieben.

Die USA haben den Iran mit deutlichen Worten vor einem Angriff gewarnt. US-Präsident Donald Trump drohte dem Land mit Auslöschung: "Jeder Angriff des Iran auf irgendetwas Amerikanisches wird mit großer und überwältigender Stärke gekontert werden", schrieb Trump bei Twitter. Überwältigend werde in einigen Bereichen "Auslöschung" bedeuten.

Trump warf dem Iran Ignoranz vor: Die Erklärung des Landes zu den neuen US-Sanktionen "zeigt nur, dass sie die Realität nicht verstehen". Traurigerweise sei das, was sie verstehen würden, "Stärke und Macht, und die USA ist bei weitem die stärkste Militärmacht der Welt". Am Montag hatte die US-Regierung Sanktionen gegen den obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei verfügt und gegen Außenminister Mohamed Dschawad Sarif angekündigt.

"Zeichen geistiger Behinderung"

Der iranische Präsident Hassan Rouhani hatte die neuen Strafmaßnahmen gegen hochrangige Vertreter seines Landes am Morgen als unverschämt bezeichnet. Er sprach von einem "Zeichen geistiger Behinderung". Der US-Regierung warf er außerdem vor, sie wolle keinen Dialog. "Ihr habt den Iran Hunderte Male sanktioniert, versucht doch nur ein einziges Mal, den richtigen Weg einzuschlagen", so Rouhani in Richtung USA.

UN-Sicherheitsrat appelliert eindringlich zum Dialog
tagesschau 20:00 Uhr, 25.06.2019, Stefanie Dodt, ARD New York

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USA sehen "Kriegslust" im Iran

Die USA setzen neben Sanktionen und der Drohung eines Militärschlags aber auch weiter auf Dialog. Der Nationale Sicherheitsberater John Bolton betonte, die USA seien auch nach dem Abschuss einer US-Drohne im Iran und den Zwischenfällen mit Tankern im Persischen Golf gesprächsbereit. "Alles, was der Iran machen muss, ist, durch diese offene Tür zu gehen", sagte er bei einer Konferenz in Jerusalem.

Gleichzeitig nannte Bolton den Iran eine "Quelle von Kriegslust und Aggression" im Nahen Osten. Zum iranischen Atomprogramm erklärte er: "Wir haben schlicht keinen Beweis, dass der Iran die strategische Entscheidung getroffen hat, Atomwaffen abzuschwören." Der US-Sicherheitsberater hatte bereits mehrfach einen Regimewechsel in Teheran gefordert und gilt als treibende Kraft hinter Trumps hartem Kurs gegen den Iran.

Gefährliche Eskalation

Die Spannungen zwischen beiden Ländern hatten sich Ende vergangener Woche noch einmal gefährlich zugespitzt. Der Iran schoss am Donnerstag eine Aufklärungsdrohne ab, die nach Angaben aus Teheran den Luftraum des Landes verletzt hatte. Die USA erklärten, die Drohne sei in internationalem Luftraum geflogen. Einen Gegenschlag des US-Militärs will Trump kurz vor der Ausführung gestoppt haben.

Frankreich fordert Deeskalation

Ein von den USA geplantes internationales Bündnis gegen den Iran stößt unterdessen auf Widerstand: Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian nannte die US-Initiative "verstörend". Europäische Diplomaten würden daran arbeiten, eine weitere Eskalation zwischen den USA und dem Iran zu verhindern. Zugleich forderte er die Islamische Republik dazu auf, an dem Atomabkommen von 2015 fest zu halten - trotz des US-Ausstiegs.

Der Iran erneuerte allerdings seine Drohung, sich weiter aus dem Vertrag zurückzuziehen. Man habe genug von der "Unverschämtheit" der Europäer, die ihn zur Einhaltung des Vereinbarung drängten, ohne ihren Teil zu erfüllen, erklärte der Vorsitzende von Irans Nationalem Sicherheitsrats. Ab Donnerstag wird der Iran voraussichtlich die im Abkommen vereinbarte Menge niedrig angereicherten Urans überschreiten.

Trump schwenkt wieder um und droht Iran mit Auslöschung
Torsten Teichmann, ARD Washington
25.06.2019 19:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Juni 2019 um 17:00 Uhr.

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