Rettungskräfte transportieren in Idlib ein Opfer eines Luftangriffs ab | Bildquelle: AFP

Syrische Provinz Viele Tote bei Kämpfen in Idlib

Stand: 02.12.2019 11:24 Uhr

In der nordsyrischen Provinz Idlib liefern sich Regierungstruppen und Aufständische seit Tagen schwere Gefechte. Dabei sollen nach Medienberichten bis zu 100 Menschen getötet worden sein.

Bei schweren Gefechten zwischen syrischen Regierungstruppen und Aufständischen in der Rebellenhochburg Idlib sind nach Angaben von Aktivisten fast hundert Kämpfer getötet worden. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, die seit Samstag andauernden Kämpfe in der nordsyrischen Provinz seien die heftigsten seit Beginn einer Waffenruhe Ende August. Mindestens 51 Kämpfer der Regierungstruppen sowie 31 Dschihadisten und 14 andere Rebellen seien bei den Kämpfen im Südosten der Region getötet worden, teilte die Beobachtungsstelle mit Sitz in London mit.

Kämpfe gegen Islamisten

Demnach begannen die Kämpfe am Samstag mit einem Angriff der Dschihadistenallianz "Tahrir al-Scham" auf Stellungen der Regierungstruppen. Die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad hätten daraufhin Luftangriffe geflogen. Ein AFP-Korrespondent berichtete am Sonntag von dunklen Rauchwolken über der Region Maaret al-Numan nach Luftangriffen auf Stellungen der Rebellen. Auch am Montagmorgen hielten die Kämpfe weiter an, erklärte die Beobachtungsstelle. Die oppositionsnahe Organisation mit Sitz in Großbritannien bezieht ihre Informationen von Aktivisten vor Ort. Für Medien sind die Angaben meist nur schwer zu überprüfen.

Die Rettungsorganisation Weißhelme teilte bei Twitter mit, russische und syrische Kampfflugzeuge hätten ihre Angriffe am Montag noch einmal verstärkt.

Die Provinz Idlib sowie Teile der angrenzenden Provinzen Hama, Aleppo und Latakia werden von der Dschihadistenmiliz "Tahrir al-Scham" und anderen islamistischen Milizen kontrolliert. Assad ist entschlossen, die Region wieder unter seine Kontrolle zu bringen. Auf Vermittlung der Türkei und Russlands wurde im September 2018 eine Waffenruhe vereinbart, dennoch begann die Regierung in Damaskus im April eine neue Offensive in Idlib.

Zahlreiche Luftangriffe

Syrische Regierungstruppen hatten Ende April eine Offensive gegen die letzte große Rebellenhochburg in Idlib und der benachbarten Provinz Hama begonnen. Dabei brachte die Regierung strategisch wichtige Gebiete unter ihre Kontrolle. Hunderte Zivilisten wurden seitdem getötet, Tausende sind auf der Flucht.

Ende August rief die russische Armee schließlich eine einseitige Waffenruhe aus. Seither war es vergleichsweise ruhig in der Region. Doch gerade in den vergangenen Wochen gab es laut der Beobachtungsstelle vermehrt Angriffe.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. Dezember 2019 um 10:00 Uhr.

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