Astronaut im ISS-Außeneinsatz | Bildquelle: dpa

Computer auf Weg zur ISS Tierbeobachtung aus dem All

Stand: 06.12.2019 15:50 Uhr

Mit mehreren Monaten Verzögerung kann demnächst das Icarus-Projekt zur Tierbeobachtung von der Internationalen Raumstation aus starten. Eine Rakete bringt den dafür notwendigen Computer zur ISS.

Eine Sojus-Rakete ist vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur unterwegs zur Internationalen Raumstation ISS. An Bord sind nicht nur Vorräte, Weihnachtspakete und Sauerstoff für die Besatzung, sondern auch ein Computer, mit dem Forscher auf der Erde Tiere beobachten wollen. Das sogenannte Icarus-Projekt wurde entwickelt vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Konstanz.

Verzögerung durch Computerprobleme

Eigentlich hätte der Computer schon von Juli an auf der ISS arbeiten sollen, doch Probleme mit einem Kondensator verhinderten den geplanten Start des Projekts in 400 Kilometern Höhe. Die Forscher auf der Erde haben in der Vergangenheit Tiere, beispielsweise Vögel, mit Mini-Sendern ausgerüstet.

Amsel mit Sender | Bildquelle: dpa
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Biologen rüsteten zahlreiche Vögel mit Sendern aus.

Mit den aus dem All empfangenen Daten können die Biologen mehr über deren Leben erfahren, zum Beispiel wohin sie ziehen. Die neue Technologie sei deutlich billiger als der bisherige Einsatz mit Mobilfunkgeräten und SIM-Karten, sagt Projektleiter Martin Wikelski.

Start der Beobachtungen 2020

Im August 2018 installierten zwei ISS-Besatzungsmitglieder eine Spezialantenne an der Raumstation. Sie wird die Signale der beobachteten Tiere zurück zur Erde senden. Mehr als 100 Menschen arbeiten an dem Icarus-Projekt, an dem unter anderem die russische Weltraumagentur Roskosmos und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt beteiligt sind. Nach Abschluss der Testphase soll das System den Wissenschaftlern voraussichtlich im kommenden Jahr voll zur Verfügung stehen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Dezember 2019 um 16:39 Uhr.

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