Ein Tablet in einem Handy-Store zeigt das Huawei-Logo. | Bildquelle: RUNGROJ YONGRIT/EPA-EFE/REX

Huawei-Chef "Es gibt keinen Grund für Misstrauen"

Stand: 06.11.2019 12:58 Uhr

Huawei will sich in Deutschland am Aufbau des 5G-Netzes beteiligen. Kritiker befürchten, der Konzern könnte für den chinesischen Staat spionieren. Der Firmenchef sieht aber keinen Grund für Misstrauen.

Von Steffen Wurzel, SWR, zzt. in Shenzhen

"Es gibt überhaupt keinen Grund, Huawei zu misstrauen", sagte Ren Zhengfei. Er könne versichern: Sein Unternehmen werde keine Nutzerdaten an chinesische Behörden weitergeben, so der Huawei-Chef. Zur Debatte in Deutschland äußerte sich Ren im Gespräch mit Reportern am Firmensitz in Shenzhen nicht direkt.

Er sei aber zuversichtlich, dass Huawei am Aufbau des neuen 5G-Mobilfunknetzes in Deutschland beteiligt werde. "Wir vertrauen darauf, dass die Bundesregierung zum Wohle der deutschen Bevölkerung entscheiden wird. Und wir vertrauen darauf, dass Deutschland seine auf Grundlage von Fakten, Beweisen und offener Diskussion entscheidet." Sein Unternehmen sei bereit, der Bundesregierung schriftlich zu versichern, dass keine digitalen Spionage-Hintertüren in Huawei-Bauteilen eingebaut seien.

Huawei-Chef Ren Zhengfei (r) spricht am Huawei-Unternehmenssitz zu Journalisten. | Bildquelle: dpa
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Huawei-Chef Ren Zhengfei (r) spricht am Huawei-Unternehmenssitz zu Journalisten.

Das Misstrauen wächst

Der 75-jährige Ren Zhengfei hat das Unternehmen Huawei in den 1980er-Jahren gegründet und zum wichtigsten Technologie-Konzern Chinas gemacht. Doch weltweit ist in den vergangenen Jahren das Misstrauen gegenüber Huawei gewachsen. Zunächst in Australien, den USA und Kanada, inzwischen warnen aber auch europäische Sicherheitsexperten und Geheimdienste: Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass chinesische Unternehmen vom Staat zu Spionage oder Sabotage gezwungen werden, so das Argument.  

In den vergangenen Wochen haben auch mehrere Mitglieder der Regierungskoalition die Vertrauenswürdigkeit des chinesischen Technologie-Konzerns angezweifelt, darunter Außenminister Heiko Maas von der SPD und der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen. Der CDU-Politiker verweist unter anderem darauf, dass China kein Rechtsstaat sei und die Staats- und Parteiführung in Peking deswegen Huawei zwingen könne, mit den chinesischen Behörden zusammenzuarbeiten.

Auf dem Weg zum Rechtsstaat?

Den Vorwurf der mangelnden Rechtsstaatlichkeit in China wies Ren zurück. Tag für Tag mache das Land in diesem Bereich Fortschritte. "China verwandelt sich Schritt für Schritt in eine Marktwirtschaft und in einen Rechtsstaat. Man kann sich nicht einerseits weigern, Huawei-Produkte zu kaufen - wegen mangelnder Rechtsstaatlichkeit - und andererseits Autos in Länder verkaufen, in denen es keine Rechtsstaatlichkeit gibt."

Huawei sieht sich selbst als Opfer einer Kampagne der US-Regierung. Diese wolle die aufstrebende chinesische Hightech-Industrie bremsen. Aber auch ohne den US-Amerikanischen Markt werde sein Unternehmen weiter wachsen, betonte Firmenchef Ren.

Streit um chinesischen Huawei-Konzern: Firmenchef Ren weist Kritik zurück
Steffen Wurzel, ARD Shanghai
06.11.2019 12:48 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 06. November 2019 um 13:39 Uhr.

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