Demonstranten stehen am zweiten Tag des Protests am Flughafen in Hongkong mit Schildern vor einer Anzeigetafel.  | Bildquelle: dpa

Proteste in Hongkong Neue Eskalationsstufe an den Terminals

Stand: 12.08.2019 19:32 Uhr

Seit vier Tagen demonstrieren die Hongkonger in den Terminals des Flughafen. Diesmal konnten sie ihn mit einer Total-Blockade lahmlegen. Damit haben die Proteste eine neue Eskalationsstufe erreicht.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Auch zehn Wochen nach Beginn der Massenproteste in Hongkong kommt die Stadt nicht zur Ruhe. Heute war der Flughafen der chinesischen Sonderverwaltungsregion der Mittelpunkt der Proteste. Den vierten Tag in Folge versammelten sich Anti-Regierungs-Demonstranten in den Terminals.

Heute kamen so viele Demonstranten, dass sich das Flughafen-Management enstschied, alle Abflüge für heute zu streichen. Betroffen waren und sind Verbindungen in die ganze Welt. Darunter waren auch Flüge nach München, Frankfurt und Zürich. So gut wie nicht betroffen waren anfliegende Maschinen: Fast alle landeten pünktlich in Hongkong.

Sitzstreiks und Sprechchöre

Die Demonstranten verwandelten den Hongkonger Flughafen in eine Art riesiges Protestcamp: Mit Sitzstreiks, Sprechchören, Handzetteln und tausenden kleinen und großen Plakaten machten sie Stimmung gegen den Peking-freundlichen Kurs der Hongkonger Regierung. Erneut forderten die Demonstranten auch eine unabhängige Untersuchung der teils brutalen Polizeieinsätze in den vergangenen Wochen. Immer wieder zeigten die Demonstranten Passagieren auch Handy-Aufnahmen genau dieser Einsätze.

"Hören Sie auf, auf Augen zu zielen", steht auf einem Plakat, das eine Teilnehmerin des Sitzstreiks am Hongkonger Flughafen hochhält. | Bildquelle: REUTERS
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"Hören Sie auf, auf Augen zu zielen", steht auf einem Plakat, das eine Teilnehmerin des Sitzstreiks am Hongkonger Flughafen hochhält.

Zwar soll der Betrieb am Hongkonger Flughafen morgen wieder weitgehend normal laufen. Aber die Proteste haben mit der mehrere Stunden dauernden Total-Blockade eines der größten Flughäfen Asiens eine neue Eskalationsstufe erreicht.

Verbale Aufrüstung aus China

Chinas Staats- und Parteiführung heizte die Situation ebenfalls an. Zum einen durch neue Propaganda-Videos diverser staatlicher Nachrichtenportale. Sie zeigen - unterlegt mit dramatischer Musik - Hunderte Meter lange Wagenkolonnen. Zu sehen sind teils gepanzerte Truppentransporter der chinesischen Armee, die sich auf den Weg ins südchinesische Shenzhen machen. Die Stadt ist die Nachbarstadt Hongkongs auf festlandchinesischer Seite. Die Videos können also als offene militärische Drohung verstanden werden.

Chinas Regierungsbehörde, die für Hongkong zuständig ist, rüstete zumindest verbal auf. "Seit Tagen greifen die radikalen Protestierer in Hongkong Polizisten mit gefährlichen Gegenständen an. Sie begehen schwere Gewaltverbrechen und zeigen inzwischen Tendenzen, sich dem Terrorismus zuwenden", sagte Sprecher Yang Guang.

Demonstranten legen Hongkongs Flughafen lahm
tagesschau 20:00 Uhr, 12.08.2019

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Am Sonntag droht eine weitere Riesendemo

Einen Unterschied zwischen den - in den allermeisten Fällen - friedlichen Demos und den gewaltsamen Ausschreitungen in Hongkong macht Chinas Staats- und Parteiführung seit Beginn der Proteste nicht. 

Dass sie die Protestierenden aber nun in die Nähe des Terrorismus rückt, macht deutlich: Die Führung in Peking setzt auf Eskalation, nicht auf Nachgeben.

Auch die Demonstranten in Hongkong betonten , dass sie weitermachen wollen. Für Sonntag ist in Hongkong eine neue Riesendemo geplant.

Hongkong: Massen-Protest legt Flughafen lahm
Steffen Wurzel, ARD Shanghai
12.08.2019 17:48 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. August 2019 um 14:00 Uhr.

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