Die Außenminister Griechenlands und Mazedoniens unterzeichneten am 17. Juni 2018 ein historisches Vorabkommen zur Beendigung einer 27-jährigen bilateralen Auseinandersetzung mit der Umbenennung des kleinen Balkanstaates in Republik Nordmazedonien.  | Bildquelle: AFP

Mazedonien und Griechenland Historisches Abkommen unterzeichnet

Stand: 17.06.2018 11:54 Uhr

Es ist ein historisches Abkommen, das Griechenland und Mazedonien unterzeichnet haben: Ein jahrzehntelanger Streit um den Namen Mazedonien soll damit nun beigelegt werden.

Die Außenminister von Griechenland und Mazedonien haben ein vorläufiges Abkommen unterzeichnet, das den jahrzehntealten Streit um den Staatsnamen Mazedonien beenden soll. Das im grenznahen Ort Psarades unterzeichnete Dokument sieht vor, dass Mazedonien künftig den offiziellen Namen "Republik Nord-Mazedonien" trägt. Als Gegenleistung will Athen den Weg des Landes zur NATO und in die EU nicht länger blockieren. Es muss noch von den Parlamenten beider Staaten und in einem Referendum in Mazedonien gebilligt werden.

Anwesend waren auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini, EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn sowie Vertreter der Vereinten Nationen (UN). Die Zeremonie wurde direkt im Fernsehen beider Nachbarstaaten übertragen.

Griechenland und Mazedonien beenden Namensstreit
tagesschau 20:00 Uhr, 17.06.2018, Michael Schramm, ARD Rom

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"Wir werden Partner und Verbündete sein"

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras sprach von einem "mutigen, historischen und nötigen Schritt für unsere Völker". Das Abkommen "eröffnet einen Weg für Frieden, Brüderlichkeit und Wachstum für unsere Länder, den Balkan und Europa". Mazedoniens Ministerpräsident Zoran Zaev sagte: "Wir werden Partner und Verbündete sein." Beide Länder "treten aus der Vergangenheit heraus und blicken in die Zukunft".

Prespes, Griechenland: Alexis Tsipras, griechischer Ministerpräsident, empfängt Zoran Zaev, seinen mazednischen Amtskollegen. | Bildquelle: dpa
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Alexis Tsipras, griechischer Ministerpräsident, empfängt Zoran Zaev, seinen mazednischen Amtskollegen.

Die Regierungschefs betonten, dass dieses Abkommen ein Muster dafür sei, wie Streitigkeiten dieser Art überwunden werden könnten. Mazedonien grenzt im Süden an die griechische Region gleichen Namens. Griechenland spricht dem Nachbarland das Recht auf den historischen Namen Mazedonien (griechisch: Makedonía) ab. Aus diesem Grund blockiert bislang Athen den Beitritt Mazedoniens in die NATO und die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union.

Vereinbarung trifft auf Vorbehalte

Ob das Abkommen die parlamentarischen Hürden und das Referendum übersteht, ist noch offen. In beiden Ländern stößt die Vereinbarung auf erhebliche Vorbehalte. Die konservative Opposition in Griechenland lehnt sie ab. Ein von ihr einbrachter Misstrauensantrag gegen Tsipras wurde allerdings am Samstag mit klarer Mehrheit im Parlament zurückgewiesen.

Auch Mazedoniens Opposition und der von ihr gestellte Präsident Gjorge Ivanov sind gegen das Abkommen, das Zaev mit Tsipras ausgehandelt hatte.

Konflikt reicht ins Jahr 1991 zurück

Der Streit um den Namen Mazedonien hatte die Beziehungen zwischen Griechenland und seinem nördlichen Nachbarn seit langem belastet. Der Konflikt reicht ins Jahr 1991 zurück, als sich die bisherige jugoslawische Teilrepublik für unabhängig erklärte und sich den Namen Mazedonien gab.

Aus Athener Sicht ist der Name Mazedonien Teil des griechischen Nationalerbes. Viele Griechen befürchten, der Nachbar könnte mit der Landesbezeichnung Mazedonien Ansprüche auf die gleichnamige nordgriechische Provinz erheben. Die Vorbehalte Griechenlands standen bislang einer weiteren Annäherung Mazedoniens an EU und NATO im Wege.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Juni 2018 um 12:00 Uhr.

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