Das türkische Forschungsschiff "Oruc Reis" ankert vor der Küste Antalyas | Bildquelle: AP

Türkei und Griechenland Zeichen der Entspannung im Gasstreit

Stand: 13.09.2020 17:43 Uhr

Im Streit zwischen Griechenland und der Türkei ist ein wichtiger Streitpunkt vorerst entschärft worden: Das Erdgas-Erkundungsschiff "Oruc Reis" ist in türkische Gewässer zurückgekehrt. Der Konflikt ist damit jedoch nicht vorbei.

Im Streit mit Griechenland um Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer hat die Türkei ihr Forschungsschiff "Oruc Reis" aus dem von beiden Staaten beanspruchten Seegebiet abgezogen. Die Rückkehr des Schiffes in Gewässer vor der türkischen Küste sei ein erster positiver Schritt, sagte der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis.

Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar beharrte jedoch auf den Ansprüchen seines Landes auf die Seegebiete. Dass die "Oruc Reis" in die Nähe der türkischen Südküste zurückgekehrt sei, bedeute nicht, dass die Türkei ihre Ansprüche aufgegeben habe. Vielmehr gebe es "geplante Bewegungen zurück und vorwärts".

Streit um Gasvorkommen im Mittelmeer

Die Türkei prüft Öl- und Gasfördergelegenheiten im östlichen Mittelmeer. Es handelt sich um Gebiete, die auch von Griechenland und Zypern beansprucht werden. Der Einsatz der "Oruc Reis" hatte die Spannungen zwischen den beiden NATO-Staaten Griechenland und Türkei erhöht. Beide Staaten entsandten Kriegsschiffe in das Gebiet, in dem das Forschungsschiff seismische Untersuchungen durchführte.

Die NATO war in dem Konflikt eingeschritten und organisierte Gespräche zwischen den Streitkräften der beiden Länder, um einen bewaffneten Konflikt zu vermeiden. Griechenland kündigte am Samstag den Kauf neuer Kampfflugzeuge, Kriegsschiffe und weiterer Waffen an.

Beide Staaten wollen reden - und stellen Bedingungen

Mitsotakis sagte, der Streit mit der Türkei müsse im Dialog beigelegt werden. Er sei bereit, Gespräche über mögliche Erdöl- und Erdgasvorkommen wieder aufzunehmen. "Wenn wir Anzeichen einer Deeskalation in der Praxis sehen, werde ich der Erste sein, der sich an den Verhandlungstisch setzt."

Ähnlich äußerte sich Akar: Die Türkei habe sich immer im Sinne guter nachbarschaftlicher Beziehungen verhalten und erwarte das auch von der anderen Seite. Die Türkei unterstütze Frieden und Dialog, "wenn unsere Wünsche und Forderungen erfüllt sind".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. September 2020 um 18:00 Uhr.

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