Gruppenbild der ISS-Crew | Bildquelle: dpa

Mission "Horizons" Gerst erreicht ISS-Raumstation

Stand: 08.06.2018 18:02 Uhr

Die erste Herausforderung ist geschafft: Astronaut Gerst hat in der Sojus-Kapsel die ISS-Raumstation erreicht. In wenigen Tagen wartet auf ihn die nächste wichtige Aufgabe.

Nach zwei Tagen Flug in dem engen Raumschiff ist der deutsche Astronaut Alexander Gerst an der Internationalen Raumstation (ISS) angekommen. Das Raumschiff Sojus MS-09 dockte über dem östlichen China am russischen ISS-Modul Rasswet an. Nach einem Druckausgleich öffnete sich die Verbindungsluke zwischen der Station und der Sojus und machte für Gerst und seine zwei Crew-Kollegen den Weg frei in ihr neues Zuhause in der Schwerelosigkeit.

In blauen Overalls schwebten sie in die ISS, wo sie die US-Astronauten Andrew Feustel und Richard Arnold sowie der Kosmonaut Oleg Artjemjew in blauen, weißgeblümten Hawaiihemden erwarteten. Die Raumfahrer begrüßten sich mit Umarmungen. Gerst ließ als Erstes die kleine Maus aus der gleichnamigen TV-Sendung schweben - auch mit Raumanzug. Später gab es ein erstes gemeinsames Foto der nun wieder sechsköpfigen Besatzung.

In einer Live-Übertragung sprachen Gerst und seine beiden Crew-Kollegen anschließend mit ihren Familien und Freunden. Der Start sei "fantastisch" gewesen, sagte Gerst. Auch der zweitägige Flug in der engen Sojus-Kapsel sei weniger anstrengend gewesen als gedacht - weil es mit den beiden anderen in der Kapsel "schön gemütlich" war. "Ich hab erstaunlich gut geschlafen."

Gerst war am Mittwoch mit dem russischen Kosmonauten Sergej Prokopjew und der US-Astronautin Serena Auñón-Chancellor vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan zur ISS gestartet. Bis Dezember soll er bleiben, im Herbst darf er als erster Deutscher das Kommando auf der Raumstation übernehmen.

In der Flugleitzentrale in Koroljow bei Moskau verfolgten Raumfahrtfunktionäre der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), der US-Weltraumbehörde NASA und der russischen Organisation Roskosmos das Manöver ruhig und routiniert - ohne Jubel und Applaus. Auch Gersts Eltern waren in der Flugleitzentrale dabei. Sie saßen auf der Tribüne und schauten auf den riesigen Bildschirm.

Glückwünsche aus aller Welt begleiteten die Ankunft Gersts und seiner Kollegen. "Willkommen in Eurem neuen Zuhause", twitterte die ESA, als die Livebilder vom Andockmanöver über die Bildschirme flimmerten. Video-Bilder der ESA und der NASA zeigten, wie die Kapsel im Licht des orbitalen Sonneruntergangs Meter für Meter näher kam. Darunter war die Erde zu sehen, mit Ozeanen, Gebirgen und Wolken.

Zweiter Einsatz im Weltraum

Die Mission "Horizons" (Horizonte) ist Gersts zweiter Einsatz im Weltraum. 2014 war er bereits für gut ein halbes Jahr im All. Damals hatte er als twitternder "Astro-Alex" viele Fans in Deutschland gewonnen. Die Europäische Weltraumorganisation ESA schätzt ihren Astronauten als Botschafter für die bemannte Raumfahrt. Auch diesmal will Gerst twittern.

In den kommenden Tagen kann sich Gerst gleich auf seine ersten Experimente stürzen. Rund 300 stehen auf der Agenda, davon 41 Versuche des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Doch schon kommende Woche muss sein ursprünglicher Plan angepasst werden, denn ein Außeneinsatz seiner US-Kollegen Arnold und Feustel ist für Donnerstag angesetzt. Gerst solle die beiden von innen unterstützen.

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Alexander Gerst startet zur ISS, 06.06.2018

Astronaut Alexander Gerst formt kurz vor Start seiner Weltraummission mit seinen Händen ein Herz.

Alexander Gerst im Bus auf dem Weg zum Start der Sojus-Rakete in Baikonur. Es ist seine zweite Mission auf der Internationalen Raumstation. 2014 war er bereits für sechs Monate auf der ISS. | Bildquelle: REUTERS

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. Juni 2018 um 16:00 Uhr.

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