Palästinenser protestieren an der Grenze zum Gazastreifen | Bildquelle: AFP

Grenze zum Gazastreifen Toter und Verletzte bei Protesten

Stand: 07.09.2018 20:51 Uhr

Ein 17-jähriger Palästinenser ist bei Protesten an der Grenze des Gazastreifens getötet worden. Wie das Gesundheitsministerium in Gaza mitteilte, wurden Hunderte Palästinenser bei den Auseinandersetzungen verletzt.

Bei Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten an der Grenze des Gazastreifens ist nach palästinensischen Angaben ein Jugendlicher erschossen worden. Der 17-Jährige sei in die Brust getroffen worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit. 395 Palästinenser seien verletzt worden. Davon hätten 100 Schussverletzungen erlitten. Darüber hinaus sei ein 19-Jähriger seinen Verletzungen erlegen, die er vor Wochen erlitten habe.

Nach Angaben der israelischen Armee kamen rund 7000 Palästinenser an verschiedenen Punkten an die Grenze. Sie rollten brennende Reifen in Richtung der israelischen Soldaten, warfen Brandbomben und Steine, wie eine Sprecherin sagte. Die Armee habe mit entsprechenden Maßnahmen reagiert. Genauere Angaben machte sie nicht.

Ein palästinensischer Jugendlicher schleudert Steine in Richtung der israelischen Grenze | Bildquelle: AFP
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Laut israelischer Armee warfen die palästinensischen Protestierenden Brandbomben und Steine.

Angriffe auf Hamas-Stützpunkt

Die israelische Luftwaffe griff als Reaktion auf einen Granateneinsatz gegen Soldaten einen Stützpunkt der radikalislamischen Hamas an. Einen weiteren Hamas-Stützpunkt habe die Luftwaffe attackiert, nachdem im gleichen Gebiet Sicherheitsinfrastruktur beschädigt worden sei, hieß es in einer Mitteilung. Es gebe keine Berichte von verletzten Soldaten.

Israel und die Hamas verhandeln seit Wochen unter Vermittlung von Ägypten über eine Waffenruhe. Seit Ende März wurden bei Protesten und Zusammenstößen nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza insgesamt 173 Palästinenser von israelischen Soldaten getötet. Ein israelischer Soldat wurde erschossen.

Die Palästinenser fordern ein Ende der Gaza-Blockade und ein Recht auf Rückkehr in ihre frühere Heimat oder die ihrer Eltern und Großeltern. Diese Dörfer oder Städte gehören heute zum israelischen Staatsgebiet. Sie beziehen sich dabei auf Flucht und Vertreibung Hunderttausender Menschen im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948. Israel lehnt die Forderungen ab.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. September 2018 um 19:00 Uhr in den Nachrichten.

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