Kohlekraftwerk in Hejin in der zentralchinesischen Provinz Shanxi | AP

Klimaschutz G7 stoppen Finanzierung von Kohlekraft

Stand: 21.05.2021 17:58 Uhr

Die Umwelt-und Energieminister der G7-Industriestaaten wollen die direkte staatliche Unterstützung von Kohlekraftwerken beenden. Schon in diesem Jahr sollen entsprechende Investitionen auslaufen.

Die G7-Industriestaaten haben sich im Sinne des Klimaschutzes auf den Stopp der Finanzierung von Kohle- oder Gaskraftwerken verständigt. Man werde "direkte Regierungshilfen für kohlenstoffintensive fossile Energien beenden", heißt es im Abschlussdokument der G7-Tagung der Umweltminister.

Schon dieses Jahr soll Schluss sein

Internationale Investments in Kohlekraftwerke müssten noch 2021 auslaufen. Das gelte auch für Projekte im Rahmen von Entwicklungshilfe oder von Handelsabkommen. Unter diesem Blickwinkel werde man die Export-, Handels- und Finanzpolitik überprüfen.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze zeigte sich erfreut: "Zum ersten Mal bekennen sich alle G7-Staaten dazu, die Finanzierung von Kohlekraftwerken im Ausland zu beenden." Auch der Abschied vom Öl im Verkehrssektor müsse sich nun in den 2000er-Jahren deutlich beschleunigen.

Druck auf China

Die meisten G7-Staaten, darunter Deutschland, hatten sich bereits zu dem Ziel bekannt. Vor allem Japan hatte sich jedoch lange dagegen gewehrt, ebenso wie die USA unter Ex-Präsident Donald Trump. Mit der geschlossenen Position machen die Staaten nun vor allem Druck auf China.

Zudem hatte die Internationale Energieagentur (IEA) hatte ein Ende der Finanzierung von Kohlekraftwerken etwa in Entwicklungsländern verlangt. Nur so könne man erreichen, dass bis Mitte des Jahrhunderts weltweit praktisch kein CO2 mehr in die Atmosphäre geblasen werde.

Deutschland kommt eine wichtige Rolle zu

Der Fokus soll stattdessen künftig auf nachhaltigen Technologien und Märkten für grüne Produkte liegen. "Wir sind überzeugt, dass die Energiewende zu einem Wachstums- und Innovationsmotor für unsere Wirtschaft werden kann und langfristig auch die Industrie stärken wird", sagte der parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Thomas Bareiß.

Er betonte, dass Deutschland mit einem Industrieanteil von knapp 22 Prozent im Kreis der G7-Staaten "eine Schlüsselposition" zukomme.

30 Prozent der Meeresfläche unter Schutz

Neben dem Ende der staatlichen Kohlefinanzierung sprachen sich die Beteiligten auch dafür aus, 30 Prozent des Landes und der Meeresfläche bis 2030 unter Schutz zu stellen. Außerdem soll die Stromversorgung in den 2030er-Jahren weitestgehend ohne Kohle, Öl und Gas auskommen.

Die Konferenz unter dem Vorsitz Großbritanniens hatte zwei Tage lang virtuell stattgefunden.
Den G7 gehören Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten an.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. Mai 2021 um 17:00 Uhr.