Wasser strömt ins Innere der norwegischen Fregatte, die mit einem Tanker kollidiert war. | Bildquelle: MARIT HOMMEDAL/EPA-EFE/REX/Shutt

Norwegen NATO-Fregatte kollidiert mit Tanker

Stand: 08.11.2018 12:13 Uhr

Eine norwegische Fregatte ist auf der Rückfahrt vom NATO-Manöver "Trident Juncture" mit einem Öltankschiff kollidiert. Das Kriegsschiff schlug leck, laut der Küstenwache ist Treibstoff ausgelaufen.

Eine norwegisches Kriegsschiff mit 137 Mann Besatzung an Bord ist am Morgen mit einem Öltankschiff zusammengestoßen. Die Fregatte "KNM Helge Insgtad" befand sich auf der Rückfahrt vom NATO-Manöver "Trident Juncture", wo sie bei der Jagd von U-Booten eingesetzt worden sein soll.

Das Tankschiff "Sola TS" hatte bei der Ausfahrt aus einem Ölterminal in der norwegischen Gemeinde Öygarden das Kriegsschiff gerammt. Wie es dazu kommen konnte, ist bislang unklar. Nach Angaben der staatlichen Havariekommission ist auch ein Schlepper in den Unfall verwickelt, der den Tanker begleitet hatte.

Das norwegische Militär teilte mit, acht Menschen seien leicht verletzt worden.

Öltanker leicht beschädigt, Fregatte droht zu sinken

Das mit 635.000 Liter Rohöl beladene Schiff wurde nur leicht beschädigt, die Mannschaft blieb unverletzt. Die Fregatte ist durch den Zusammenstoß Behördenangaben zufolge so schwer beschädigt, dass sie sinken könnte. Im Rumpf des 134 Meter langen Kriegsschiffs klaffe ein Loch, durch das mehr Wasser eindringe, als herausgepumpt werden könnte, sagte ein Sprecher des norwegischen Rettungszentrums der Nachrichtenagentur NTB. Das Heck sei bereits weit abgesackt.

Ein Sprecher der Küstenwache ergänzte, die Fregatte habe Schlagseite und sei offenbar leck geschlagen, so dass Treibstoff auslaufe. Das genaue Ausmaß sei noch unklar.

Die norwegische Fregatte "KNM Helge Ingstad" liegt nach einer Kollision mit dem Tanker "Sola TS" im Wasser. | Bildquelle: dpa
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Die norwegische Fregatte "KNM Helge Ingstad" liegt nach einer Kollision mit dem Tanker "Sola TS" im Wasser.

Besatzung muss von Bord gehen

Nach der Kollision war die Besatzung von der "KNM Helge Ingstad" geholt worden. Zehn Mann blieben an Bord der Fregatte, um sie unter Kontrolle zu halten. Sie steuerten das Schiff nah ans Ufer, um ein zu tiefes Absinken zu verhindern. Weil jedoch zu viel Wasser eindrang, mussten auch sie von Bord gehen.

Das norwegische Militär teilte mit, man wollte nun versuchen, das havarierte Schiff in den Marinestützpunkt Haakonsvern nahe der Unglücksstelle zu schleppen. Mehrere Versuche scheiterten jedoch.

Der Öl- und Gaskonzern Equinor, ehemals Statoil, schloss als "Vorsichtsmaßnahme" sein Terminal in Sture. Die Förderung in den Ölfeldern Ivar Aasen und Edvard Grieg wurde unterbrochen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 08. November 2018 um 11:15 Uhr.

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