Leere Bahnsteige am Gare du Nord in Paris | Bildquelle: AP

Streiks in Frankreich Rien ne va plus - nichts geht mehr

Stand: 25.12.2019 15:58 Uhr

Die großen Bahnhöfe in Paris geschlossen, nur noch die beiden automatischen Metro-Linien in Betrieb und kein TGV-Schnellzug unterwegs: Der 21. Streiktag lähmt Frankreich. Dafür gab es "Schwanensee" auf der Straße.

Öffentliche Verkehrsmittel in Paris - nahezu Fehlanzeige am ersten Weihnachtstag. Die großen Bahnhöfe in der französischen Hauptstadt blieben am 21. Streiktag in Folge komplett geschlossen und als U-Bahnen waren nur die beiden automatisch betriebenen Metro-Linien in Betrieb. TGV-Schnellzüge sollten frühestens ab Mittwochnachmittag wieder fahren, kündigte die Verkehrsgesellschaft SNCF an.

Die Streiks gegen die Rentenreform in Frankreich behindern das tägliche Leben in der Hauptstadt, aber auch in anderen Regionen im Land. Taxis, Fahrgemeinschaftsdienste und Mietwagenfirmen waren von der großen Nachfrage überfordert. Zehntausende Reisende, die zu Weihnachten ihre Familien besuchen wollten, waren bereits Heiligabend in Paris gestrandet. 

Balletttänzer vor Transparenten | Bildquelle: AFP
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Getanzter Protest: Szenen aus dem Ballett "Schwanensee" vor der Pariser Oper.

"Kultur in Gefahr" mit "Schwanensee"

Der Streik wird vor allem von den Eisenbahner-Gewerkschaften getragen, allerdings beteiligen sich auch weitere Branchen und Einrichtungen an den Protesten, darunter die Pariser Oper. Vor deren Haupteingang führten etwa 40 Tänzer aus Protest gegen die Rentenreformpläne vor Passanten Ballett-Szenen aus "Schwanensee" auf. Dazu hielten die Tänzer Banner mit der Aufschrift "Kultur in Gefahr" in die Höhe. 

Die Streiks richten sich gegen das zentrale Reformversprechen von Präsident Emmanuel Macron, der das komplizierte System mit 42 verschiedenen Rentenregelungen vereinheitlichen und das Milliarden-Defizit der Rentenkassen abbauen will. Besonders umstritten ist die faktische Anhebung des Renteneintrittsalters von derzeit 62 auf künftig 64 Jahre.

Die Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und der Regierungen waren vergangene Woche gescheitert und sollen am 7. Januar fortgesetzt werden. Die Gewerkschaften haben angekündigt, die Streiks fortzusetzen, bis eine Einigung erzielt ist. 

Vielleicht wieder mehr Züge am Wochenende

Allerdings geht die SNCF von einer leichten Besserung nach den Feiertagen aus. Am kommenden Wochenende sollen demnach sechs von zehn TGV-Schnellzügen fahren. Vergangenes Wochenende waren es nur fünf von zehn.

Die Streiks machen sich nach SNCF-Angaben auch deutlich bei den Einnahmen der Verkehrsgesellschaft bemerkbar. Der Einnahmeausfall belaufe sich mittlerweile auf 400 Millionen Euro, sagte SNCF-Chef Jean-Pierre Farandou der Zeitung "Le Monde". Die Industrieverbände bezifferten ihre Umsatzeinbußen auf 30 bis 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 

Wer streikt, verdient nichts

Doch auch die Streikenden haben nach drei Wochen im Ausstand mit Gehaltseinbußen zu kämpfen, denn in Frankreich gibt es nicht wie in Deutschland das sogenannte Streikgeld. "Es fängt an, finanziell weh zu tun", sagte der Lokführer Raffi Kaya der Nachrichtenagentur AFP am Rande eines von den Gewerkschaften organisierten Weihnachtsessens. "Aber wir sind zu weit gekommen, um jetzt aufzuhören", fügte er hinzu.

Massive Zugausfälle in Frankreich auch über Weihnachten
tagesschau 20:00 Uhr, 24.12.2019

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Dezember 2019 um 20:00 Uhr und NDR Info am 25. Dezember 2019 um 16:00 Uhr.

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