Ein Demonstranten auf dem Place de la Bastille mit Leuchtfackeln. 09.01.20 | Bildquelle: dpa

Frankreichs Rentenreform Immer noch dieselbe Wut

Stand: 09.01.2020 20:25 Uhr

Die Bahnsteige verwaist, die Briefkästen leer, der Eiffelturm geschlossen: Auch im neuen Jahr protestieren Hunderttausende Franzosen mit unveränderter Wucht gegen die Rentenreform der Regierung.

Fünf Wochen nach Beginn der Dauerstreiks sind in ganz Frankreich wieder Hunderttausende gegen die geplante Rentenreform von Präsident Emmanuel Macron auf die Straße gegangen. Zehntausende zogen durch die Hauptstadt Paris - auch in anderen Städten wie Nantes, Marseille und Bordeaux gab es Demonstrationen.

Das Innenministerium berichtete von 452.000 Menschen, davon 56.000 in der Hauptstadt. Die Gewerkschaft CGT sprach ihrerseits von 1,7 Millionen Demonstranten im ganzen Land.

Keine Züge, weniger Flugzeuge

In Paris kam es wieder zu massiven Störungen im Nahverkehr, ebenso im landesweiten Bahnverkehr. Der Rekordstreik bei der französischen Staatsbahn lähmt das Land nun bereits seit 36 Tagen. Die zivile Luftfahrtbehörde warnte für morgen vor Verspätungen und Flugausfällen.

Ein Bildschirm am Eiffelturm informiert darüber, dass das Pariser Wahrzeichen geschlossen ist. | Bildquelle: dpa
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Ein Bildschirm am Eiffelturm informiert darüber, dass das Pariser Wahrzeichen geschlossen ist.

Erneut blieb der Pariser Eiffelturm wegen der branchenübergreifenden Ausstände geschlossen. Auch Anwältinnen, Lehrer und Mitarbeiterinnen der Post legten ihre Arbeit nieder. Die Proteste verliefen weitgehend friedlich, in Nantes gab es aber Rangeleien zwischen Polizei und Demonstranten, wie auf Fernsehbildern zu sehen war.

Hunderttausende protestieren wieder gegen Macrons Rentenreform-Pläne
tagesschau 20:00 Uhr, 09.01.2020, Navina Lala, ARD Paris

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"Gerechter Kampf gegen schlechte Reform"

Der Termin für die heutigen Proteste stand lange fest: Der für seinen harten Kurs bekannte Gewerkschaftsbund CGT und andere Vereingungen hatten bereits im Dezember nach einem ersten Treffen mit Regierungsvertretern zu Streiks aufgerufen. Zuletzt waren vor Weihnachten mehr als 600.000 Franzosen gegen die Rentenreform auf die Straße gegangen, die Gewerkschaft CGT zählte dreimal so viele Teilnehmer. 

Der Vorsitzende der CGT, Philippe Martinez, nannte die Aktionen im Radiosender Europe 1 einen "gerechten Kampf" gegen eine "schlechte" Reform. Die Proteste richten sich vor allem gegen den Plan, dass die Franzosen bis zum Alter von 64 Jahren arbeiten sollen, um volle Rentenbezüge zu erhalten.

Edouard Philippe (M), Premierminister von Frankreich, Muriel Penicaud (M,l), Arbeitsministerin, und Agnes Buzyn, (M,r), Gesundheitsministerin, leiten ein Treffen mit Gewerkschaftsvertretern. | Bildquelle: dpa
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Lange Beratungen: Premier Philippe, einige seiner Minister und Gewerkschaftsvertreter.

Leichte Anzeichen für einen Kompromiss

Frankreichs Premier Édouard Philippe hatte sich am Dienstag in einem Punkt kompromissbereit gezeigt. Er nannte den Vorschlag der gemäßigten Gewerkschaften, eine Konferenz zur Finanzierung des Rentensystems zu gründen, eine "gute Idee." Am Freitag ist ein erneutes Treffen geplant.

Die Regierung will mit der Rentenreform ein universelles Punktesystem schaffen und die Zersplitterung in mehr als 40 Einzelkassen beenden. Die Gewerkschaften fürchten unter anderem massive Einschnitte für Ruheständler.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Januar 2020 um 16:00 Uhr.

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