Facebook will neue Regeln für Politwerbung | Bildquelle: AP

Cambridge-Analytica-Skandal Geldstrafe gegen Facebook

Stand: 25.10.2018 13:09 Uhr

Mit Facebook-Daten soll Cambridge Analytica versucht haben, die Wahlen in den USA zu beeinflussen. Dafür muss Facebook in Großbritannien eine halbe Million Pfund Strafe zahlen - in Deutschland hatte der Konzern Glück.

Die britische Datenschutzbehörde Information Commissioner's Office (ICO) hat gegen Facebook wegen des Datenskandal um die Analysefirma Cambridge Analytica die Höchststrafe von 500.000 Pfund - umgerechnet 565.000 Euro - verhängt.

Die Begründung: Das Online-Netzwerk habe einen "schweren Verstoß" gegen geltendes Recht zugelassen, erklärte das ICO. "Facebook hat es versäumt, die Privatsphäre seiner Nutzer vor, während und nach der rechtswidrigen Verarbeitung dieser Daten ausreichend zu schützen", sagte die britische Datenschutz-Kommissarin Elizabeth Denham. "Ein Unternehmen dieser Größe und mit dieser Expertise hätte es besser wissen und es besser machen sollen."

87 Millionen betroffen

Bei dem Datenskandal hatte der Entwickler einer Umfrage-App vor mehr als vier Jahren Informationen von Facebook-Nutzern unrechtmäßig an die Firma Cambridge Analytica weitergereicht, die später unter anderem für das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump arbeitete. Dabei ging es nicht nur um die Daten der Umfrage-Teilnehmer, sondern auch um die ihrer Facebook-Freunde.

Weltweit waren nach Berechnungen des ICO rund 87 Millionen Menschen von dem Datenskandal betroffen.

ICO: Ohne rechtliche Basis

Das ICO bemängelte, dass Facebook den App-Entwicklern ohne eine rechtliche Basis Zugang zu den Daten gewährt habe. Selbst nachdem der Missbrauch der Daten im Dezember 2015 entdeckt worden sei, habe Facebook nicht genug zur Aufklärung der Affäre und für den Schutz der Facebook-Mitglieder getan, kritisierte das ICO. Die Mutterfirma von Cambridge Analytica, die SCL Group, sei erst 2018 von der Facebook-Plattform verbannt worden.

Durchsuchung bei Cambridge Analytica in London | Bildquelle: AP
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Durchsuchung bei Cambridge Analytica in London: Das Unternehmen hat den Geschäftsbetrieb inzwischen eingestellt.

Verfahren in Deutschland eingestellt

Cambridge Analytica hat inzwischen den Geschäftsbetrieb eingestellt. In Deutschland wurde Facebook wegen des Datenskandals nicht belangt. Anfang Oktober stellte der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar sein Bußgeldverfahren gegen Facebook in dieser Sache ein. Ein Grund sei, dass die meisten Datenabrufe, um die es ging, schon verjährt gewesen seien, begründeten die Hamburger Datenschützer ihren Schritt.

Facebook will Entscheidung prüfen

Ein Facebook-Sprecher erkläre, man prüfe derzeit die Entscheidung des ICO. Bei allem Respekt sei man mit manchen Ergebnissen der Untersuchung nicht einverstanden. Gleichwohl habe man selbst zuvor gesagt, dass Facebook mehr hätten tun sollen, um die Behauptungen über Cambridge Analytica zu untersuchen und schon im Jahr 2015 Maßnahmen zu ergreifen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 25. Oktober 2018 um 12:00 Uhr.

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