Die Flagge der Ukraine weht in Kiew. (Archivbild: 18.06.2022) | AP

Krieg gegen die Ukraine Sorge vor Angriffen am Nationalfeiertag

Stand: 24.08.2022 06:42 Uhr

Heute feiert die Ukraine ihren Nationalfeiertag - der russische Angriff währt zudem genau sechs Monate. Die Angst vor Raketenbeschuss ist groß. Präsident Selenskyj bekräftigte, dass sein Land die Krim wiedererlangen werde.

Die USA fordern ihre Staatsbürger auf, die Ukraine sofort zu verlassen. Weil sie wegen des heutigen Nationalfeiertags verstärkte russische Angriffe befürchtet, veröffentlichte die US-Botschaft in Kiew eine neue Sicherheitswarnung. "Das Außenministerium verfügt über Informationen, wonach Russland seine Bemühungen verstärkt, in den kommenden Tagen Angriffe gegen die zivile Infrastruktur der Ukraine und Regierungseinrichtungen zu starten", heißt es in der Warnung der Botschaft.

31 Jahre Unabhängigkeit

Der heutige 24. August ist der Nationalfeiertag der Ukraine. An diesem Tag vor 31 Jahren hatte das Land seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion erklärt. Zugleich ist der 24. August der Tag, an dem der russische Angriffskrieg bereits sechs Monate andauert. Russland hatte die Ukraine am 24. Februar angegriffen.

Die ukrainische Regierung stelle sich auf russische Raketenangriffe auf die Hauptstadt Kiew ein, erklärte Präsidentenberater Olexij Arestowytsch in der vergangenen Woche. An der militärischen Lage werde sich dadurch nichts ändern, es wäre eine "rein emotionale Geste", so Arestowytsch.

Unterstützung aus Berlin und Brüssel

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach der Ukraine in einer Botschaft zum Nationalfeiertag größte Hochachtung aus. Die Ukraine müsse in einem ihr durch einen völkerrechtswidrigen Angriff aufgezwungenen Krieg um ihr Überleben als freiheitliche und demokratische Nation kämpfen.

"Ich bewundere, mit welchem Mut, welcher Entschlossenheit Sie, die Streitkräfte und die gesamte Bevölkerung sich dem brutalen russischen Angriffskrieg entgegenstellen", schrieb er. "Sie lassen sich Ihr Land, Ihr Leben, Ihre Freiheit nicht nehmen. Sie wissen Deutschland und Europa dabei an Ihrer Seite."

Bundeskanzler Olaf Scholz sicherte der Ukraine weiter Unterstützung zu - und kündigte weitere Waffenlieferungen an. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg bestärkten ebenfalls ihr Engagement. "Wir werden der Ukraine so lange wie nötig beistehen", sagte Stoltenberg.

Weiß schraffiert: Vormarsch der russischen Armee. Grün schraffiert: von Russland unterstützte Separatistengebiete. Krim: von Russland annektiert. | ISW/24.08.2022

Weiß schraffiert: Vormarsch der russischen Armee. Grün schraffiert: von Russland unterstützte Separatistengebiete. Krim: von Russland annektiert. Bild: ISW/24.08.2022

Selenskyj wirbt um weitere Unterstützung

Der ukrainische Präsident Selenskyj bekräftigte, dass die Schwarzmeer-Halbinsel Krim zur Ukraine gehört. "Ich möchte, dass Sie alle wissen: Wir werden auf jeden Fall zurückkommen!", sagte er in einer Ansprache.

Für die Ukraine sei die Krim "Teil unseres Volkes, unserer Gesellschaft", so Selenskyj. Bei einer Konferenz in Kiew warb er um weitere internationale Unterstützung.

Russland baut offenbar Behelfsbrücke

Britischen Experten zufolge arbeitet Russland derweil an einer Behelfsbrücke neben der beschädigten Antoniwskyj-Brücke. Die Brücke ist notwendig, um die Truppen in der von Russland besetzten Großstadt Cherson zu versorgen. Die ukrainische Armee hatte zuvor strategisch wichtige Brücken über den Fluss Dnjepr beschossen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 23. August 2022 um 12:00 Uhr.