Menschen aus der Ukraine kommen am Grenzübergang in Medyka im Südosten Polens an. | AP

Krieg in der Ukraine Mehr als 100.000 Menschen auf der Flucht

Stand: 25.02.2022 14:06 Uhr

Einen Tag nach dem russischen Angriff auf die Ukraine sind nach UN-Angaben mehr als 100.000 Menschen auf der Flucht. Tausende weitere sind bereits im Ausland. Die EU-Staaten bereiten sich auf weitere Flüchtlinge vor.

In der Ukraine sind nach vorläufigen Schätzungen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR mehr als 100.000 Menschen innerhalb der Ukraine auf der Flucht. Tausende weitere Menschen sind demnach bereits aus dem Land geflüchtet. "Es hat eindeutig erhebliche Vertreibungen im Land gegeben und es gibt Bewegungen Richtung Grenzen und ins Ausland", sagte die UNHCR-Sprecherin Shabia Mantoo. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR unterstütze mit den Behörden der Ukraine die flüchtenden Menschen.

Die US-amerikanische Botschafterin bei den UN, Linda Thomas-Greenfield, rechnet mit einer möglichen Gesamtzahl von bis zu fünf Millionen Menschen, die vor der Gewalt in der Ukraine flüchten werden. Die Ukraine hat etwa 44 Millionen Einwohner.

"Unsere Grenzen sind offen"

Die Präsidentin der Republik Moldau, Maia Sandu, twitterte, dass allein Donnerstag mehr als 4000 Menschen aus der Ukraine über die Grenze gekommen seien. Die Regierung habe bei Palanca und Ocnița Auffanglager eingerichtet. "Unsere Grenzen sind offen für Menschen aus der Ukraine, die einen sicheren Aufenthalt brauchen oder durchreisen möchten", schrieb sie.

Aufnahmezentren in Anrainerstaaten errichtet

Polen kündigte bereits an, Erstaufnahmezentren für ukrainische Flüchtlinge einzurichten. Die geplanten Unterkünfte sollen nach Angaben des polnischen Innenministeriums an den wichtigsten Grenzübergängen beider Länder entstehen. Sein Land werde "so viele, wie an unseren Grenzen sein werden", aufnehmen, sagte der polnische Innenminister Mariusz Kaminski.

Die Slowakei hat sich ebenfalls auf eine mögliche Ankunft von fliehenden Menschen aus der Ukraine vorbereitet. Mehrere Unterkünfte zur Unterbringung von Menschen aus der Ukraine stünden bereit, sagte Innenminister Roman Mikulec. Rumänien als einer der ärmsten EU-Mitgliedstaaten erwartet bisher nicht, dass Ukrainerinnen und Ukrainer dorthin fliehen. Wenn dies doch der Fall sei, sei Rumänien darauf vorbereitet, eine halbe Million Menschen aufzunehmen, sagte Verteidigungsminister Vasile Dancu. 

Innenministerin Faeser: Deutschland ist vorbereitet

Nach Angaben von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen wurden mit allen östlichen EU-Ländern "Notfallpläne" erarbeitet, um Menschen aus der Ukraine sofort aufzunehmen. "Wir hoffen, dass es so wenige Flüchtlinge wie möglich sind, aber wir sind umfassend vorbereitet", sagte von der Leyen.

Deutschland ist nach Angaben von Bundesinnenministerin Nancy Faeser auf eine Flüchtlingsbewegung aus der Ukraine vorbereitet. Im Moment sei noch nicht absehbar, wie viele Menschen wegen des Kriegs flüchten könnten, sagte Faeser im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF. Man sei wachsam und vorbereitet auf das, was komme. Städte und Kommunen hätten bereits ihre Hilfe angeboten. "Jetzt geht es erstmal darum, vor allem die Nachbarländer der Ukraine zu unterstützen."

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 25. Februar 2022 um 12:41 Uhr.