Maria Kolesnikowa | dpa

Belarusische Oppositionelle Vaclav-Havel-Preis für Kolesnikowa

Stand: 27.09.2021 14:44 Uhr

Die inzwischen inhaftierte Maria Kolesnikowa ist eines der bekanntesten Gesichter der belarusischen Protestbewegung. Für ihren Einsatz für Menschenrechte wurde sie nun mit dem Vaclav-Havel-Preis ausgezeichnet.

Die belarusische Oppositionelle Maria Kolesnikowa ist mit dem prestigeträchtigen Vaclav-Havel-Preis des Europarats geehrt worden. Der Präsident der Parlamentarischen Versammlung, Rik Daems, würdigte sie bei der Preisverleihung in Straßburg als Symbol des Mutes. Als Oppositionsführerin und Vertreterin ihres Volkes habe sie für bürgerliche und politische Rechte gekämpft und zahle mit ihrer Haft einen sehr hohen Preis.

Ihre Schwester, Tatjana Chomitsch, nahm die Auszeichnung entgegen und sagte, ihre Schwester werde ihn vermutlich dem belarusischen Volk widmen. Millionen Belarusen kämpften jeden Tag, um ihre Zukunft zu gestalten und frei zu sein.

Maria Kolesnikowa formt neben Maxim Znak ihre Hände zu einem Herz bei einer Kundgebung in Minsk (Belarus). | dpa

Maria Kolesnikowa bei einer Kundgebung in Minsk im vergangenen Jahr. Bild: dpa

Zu elf Jahren Haft verurteilt

Die Aktivistin war Anfang September zu elf Jahren Haft in einem Straflager verurteilt worden. Die heute 39-Jährige war bereits vor gut einem Jahr im Zuge der Proteste gegen Machthaber Alexander Lukaschenko festgenommen worden.

Kolesnikowa war 2020 zunächst Kampagnenleiterin für den früheren Bankier Viktor Babariko gewesen, der Lukaschenko im Wahlkampf herausforderte. Er wurde aber von der Wahl ausgeschlossen und schließlich festgenommen.

Danach unterstützte Kolesnikowa die Präsidentschaftskandidatin und frühere Englischlehrerin Swetlana Tichanowskaja, die ihrerseits an Stelle ihres inhaftierten Mannes antrat.

Einsatz für Menschenrechte

Mit dem Vaclav-Havel-Preis zeichnet die Parlamentarische Versammlung des Europarats seit 2013 Engagement für die Menschenrechte aus. Der Preis ist mit 60.000 Euro dotiert und nach dem verstorbenen Bürgerrechtler und früheren Präsidenten der Tschechischen Republik benannt. Die Verleihung findet für gewöhnlich im Rahmen der Herbsttagung der Parlamentarischen Versammlung statt.

Ebenfalls in diesem Jahr nominiert waren die Organisation "Reporter ohne Grenzen" und der burundische Aktivist Germain Rukuki, der sich laut Europarat besonders gegen Folter und die Todesstrafe einsetzt. Im vergangenen Jahr war der Preis der saudi-arabischen Frauenrechtlerin Loujain al-Hathloul zuerkannt worden.

Über dieses Thema berichtete Bayern 2 am 27. September 2021 um 14:00 Uhr.