Eine Eberesche in der Lüneburger Heide | Bildquelle: picture alliance / Arco Images

Umweltstudie Hälfte der europäischen Baumarten bedroht

Stand: 27.09.2019 12:55 Uhr

Wachsende Städte, Pilze und Schädlinge setzen den Baumarten in Europa massiv zu. Das ist das Ergebnis einer Studie der Weltnaturschutzunion. Von 265 Arten sind 66 vom Aussterben bedroht.

In den europäischen Städten und Wäldern sind mehr als die Hälfte der Baumarten gefährdet. Neben Schädlingen seien auch Krankheiten, gebietsfremde Arten, nicht nachhaltiger Holzschlag und das Wachstum der Städte Ursachen für die Bedrohung, berichtete die Weltnaturschutzunion (IUCN) in einer Bestandsaufnahme.

Sie hat die Bestände von allen in Europa bekannten 454 Baumarten untersucht. 265 davon kommen auf keinem anderen Kontinent vor. Von diesen 265 seien 58 Prozent bedroht. 66 stünden bereits auf der höchsten Stufe der Gefährdung und damit vor dem Aussterben.

"Schwächung ihrer Lebensräume"

In Deutschland seien vor allem Ebereschen (Sorbus) bedroht, sagte einer der Autoren, David Allen. "Die meisten sind bedroht, weil die Populationen sowieso klein sind oder durch die Umwandlung oder Schwächung ihrer Lebensräume."

Miniermotte auf einem Kastanienblatt | Bildquelle: picture alliance / blickwinkel/F
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Die Balkan-Miniermotte stellt die größte Bedrohung für wilde Gewöhnlichen Rosskastanien dar. Sie breitet sich seit den 1980er Jahren von Südosteuropa über den ganzen Kontinent aus.

Schlecht sieht es auch für die wilden Gewöhnlichen Rosskastanien (Aesculus hippocastanum) aus. Sie gelten seit 2017 als "gefährdet", Stufe zwei der IUCN-Skala. Größte Bedrohung stelle neben einem Pilz die Balkan-Miniermotte dar. Sie breitet sich seit den 1980er Jahren von Südosteuropa über den ganzen Kontinent aus und hat kaum natürliche Feinde. IUCN schätzt die Zahl der wilden Gewöhnlichen Rosskastanien in Europa auf weniger als 10.000 Exemplare. Nicht berücksichtigt bei dieser Beurteilung sind die Bäume in Städten, Parks und Alleen.

Zerstörung der Wildnis

Die IUCN-Wissenschaftler erstellten gleichzeitig neue europäische Rote Listen für Weichtiere, Sträucher und Moose. Mehr als ein Fünftel der Weichtiere und Moose und fast die Hälfte aller Straucharten seien bedroht, so die IUCN.  Das liege vor allem an der Zerstörung der Wildnis, an eingeschleppten Arten, Agrarpraktiken und dem Klimawandel.

Die IUCN teilt gefährdete Arten in sechs Kategorien ein: von "potenziell gefährdet" über "gefährdet", "stark gefährdet", "vom Aussterben bedroht" und "in der Natur ausgestorben" bis "ausgestorben". Insgesamt listet sie weltweit mehr als 28.000 Tier- und Pflanzenarten als gefährdet.

Bericht der Weltnaturschutzunion - Hälfte der europäischen Baumarten bedroht
Dietrich Karl Mäurer, MDR Zürich
27.09.2019 15:18 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 27. September 2019 um 13:00 Uhr.

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