EU-Flaggen | Bildquelle: dpa

Beratungen der Finanzminister EU einigt sich auf Corona-Hilfen

Stand: 09.04.2020 22:43 Uhr

Nach mehreren Verhandlungsrunden und heftigem Streit gibt es nun doch ein Ergebnis: Die Euro-Finanzminister haben sich auf europäische Corona-Hilfen geeinigt. Die Debatte über Corona-Bonds ist aber wohl nicht beendet.

Die EU-Finanzminister haben sich in der Corona-Krise auf milliardenschwere Hilfen für gefährdete Staaten, Firmen und Jobs geeinigt. Dies teilten Teilnehmer auf Twitter mit. Der Kompromiss gelang erst nach zwei Verhandlungsrunden und heftigem Streit über die Bedingungen des Pakets im Umfang von rund 500 Milliarden Euro.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz sprach von einem "großen Tag europäischer Solidarität". Die Einigung zeige, dass die EU-Staaten gemeinsam handelten und "die Europäische Union funktioniert".

"Europa zeigt, dass es der Krise gewachsen ist"

Der französische Finanzminister Bruno Le Maire sprach auf Twitter von einem exzellenten Kompromiss. 500 Milliarden Euro stünden sofort bereit. Auch ein neuer Fonds zur Wiederbelebung der Wirtschaft werde kommen. Europa habe sich entschieden und zeige, dass es der Krise gewachsen sei.

Es ging im Wesentlichen um drei Elemente: Vorsorgliche Kreditlinien des Eurorettungsschirms ESM von bis zu 240 Milliarden Euro, die besonders von der Pandemie betroffenen Staaten zugute kommen könnten; ein Garantiefonds für Unternehmenskredite der Europäischen Investitionsbank EIB, der 200 Milliarden Euro mobilisieren soll und das von der EU-Kommission vorgeschlagene Kurzarbeiter-Programm namens "Sure" um Umfang von 100 Milliarden Euro.

Michael Grytz, ARD Brüssel, zum Ringen um Hilfsgelder
tagesthemen 22:05 Uhr, 09.04.2020

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"Recovery Fund" vereinbart

Darüber hinaus wurde ein befristeter "Recovery Fund" zur Unterstützung der wirtschaftlichen Erholung vereinbart. Dieser soll die Solidarität der EU mit den in der Pandemie am meisten betroffenen Staaten zum Ausdruck bringen und den außerordentlich hohen Kosten der Krisenbewältigung Rechnung tragen. Details sollen aber erst geklärt werden, darunter die Finanzierungsquellen.

Einige Staaten wollen dafür Gemeinschaftsanleihen ausgeben, während andere - darunter Deutschland - solche Corona-Bonds ablehnen. Der Streit darüber wurde also letztlich vertagt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich am Donnerstag vor der entscheidenden Verhandlungsrunde hinter das Rettungspaket mit den drei Elementen ESM, EIB und "Sure" gestellt, Corona-Bonds aber nochmals eine Absage erteilt. Es gebe so viele andere Möglichkeiten, die nun dringend nötige Solidarität in Europa zu zeigen, sagte die CDU-Politikerin.

Euro-Finanzminister einigen sich auf 500-Milliarden-Corona-Paket
Holger Beckmann, WDR Brüssel
09.04.2020 23:16 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 09. April 2020 um 22:05 Uhr.

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