Sulawesi | Bildquelle: BASARNAS/HANDOUT/EPA-EFE/REX/Shu

Nach Beben auf Sulawesi Mehr als 1200 Tote in Indonesien

Stand: 02.10.2018 09:55 Uhr

Die Zahl der Todesopfer bei den Erdbeben und dem folgenden Tsunami in Indonesien hat sich erneut deutlich erhöht. Laut Behörden kamen auf der Insel Sulawesi mehr als 1200 Menschen ums Leben. Neue Beben sorgten für Panik.

Auch mehrere Tage nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe auf der indonesischen Insel Sulawesi steigt die Zahl der Toten weiter: Nach einer neuen offiziellen Zwischenbilanz kamen mehr als 1200 Menschen ums Leben. Die Katastrophenschutzbehörde sprach von mindestens 1234 Toten.

Unter den Trümmern von Häusern und im Schlamm werden noch viele weitere Leichen vermutet. Wahrscheinlich wird es noch Tage dauern, bis das ganze Ausmaß der Katastrophe klar ist. Ein Behördensprecher berichtete von mehr als 800 Verletzten. Mindestens 99 Menschen werden demnach noch vermisst.

Indonesien: Lage nach Erdbeben und Tsunami
tagesschau 14:00 Uhr, 02.10.2018, Claudia Drexel, NDR

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Weitere Beben

Zudem seien zwei Beben am Morgen nahe der Insel Sumba im Osten des Landes aufgetreten, teilte die US-Erdbebenwarte USGS mit. Das erste hatte demnach eine Stärke von 5,9, das zweite eine Stärke von 6,0. Nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Antara wurde eine Brücke beschädigt, Berichte über weitere Schäden lagen aber nicht vor.

Der regionale Katastrophenschutz erklärte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa, das jüngste Beben habe einige Risse an Hauswänden verursacht und sich stark angefühlt: "Einwohner flohen in Panik aus ihren Häusern. Schulkinder weinten vor Angst."

Die Beben ereigneten sich fast 1600 Kilometer südlich der Gegend auf der Insel Sulawesi, die am vergangenen Freitag bei einem mächtigen Beben und einem Tsunami schwer verwüstet worden war.

Soldaten begraben hier in der Stadt Poboya die Toten in einem Massengrab. | Bildquelle: AFP
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Soldaten begraben hier in der Stadt Poboya die Toten in einem Massengrab.

Um internationale Hilfe gebeten

Indonesien bat wegen der Katastrophe auf Sulawesi um internationale Hilfe. Zahlreiche Länder sagten ihre Hilfe zu. "18 befreundete Länder haben als Geste der Solidarität Unterstützung angeboten. Das wissen wir zu schätzen", sagte der für Sicherheit zuständige Minister Wiranto.

Die Europäische Union stellte nach eigenen Angaben zunächst 1,5 Millionen Euro Nothilfe zur Verfügung. Großbritannien spendete nach eigenen Angaben umgerechnet 2,25 Millionen Euro. Auch die USA, Japan, Saudi-Arabien und Katar hätten Hilfe versprochen, sagte Wiranto. Laut UN-Schätzungen benötigen fast 200.000 Menschen Nothilfe.

Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Für die Einwohner sind Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche keine neue Erfahrung. Beim Mega-Tsunami an Weihnachten 2004 starben dort mehr als 160.000 Menschen, so viele wie in keinem anderen Land der Region. Insgesamt kamen damals in den östlichen Anrainerstaaten des Indischen Ozeans etwa 230.000 Menschen ums Leben.


Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. Oktober 2018 um 10:00 Uhr.

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