Wegen Corona: Desinfizierungsmaßnahmen in einem Flugzeug  | Bildquelle: REUTERS

Coronavirus Staaten fliegen Bürger aus

Stand: 29.01.2020 08:28 Uhr

Wegen des Coronavirus fliegen immer mehr Länder ihre Bürger aus China aus - auch die EU plant Evakuierungsaktionen. British Airways setzt ab sofort alle Flüge nach China aus. Erkrankte gibt es inzwischen in 17 Ländern.

Inzwischen ist das Coronavirus in 17 Ländern angekommen. Zuletzt meldeten auch die Vereinigten Arabischen Emirate einen Fall. In Deutschland stieg die Zahl der Infektionen auf vier. Alle Betroffenen kommen aus Oberbayern und hatten Kontakt zu einer Chinesin, die das Virus eingeschleppt hat. Weitere Tests laufen; es ist möglich, dass die Frau weitere Personen angesteckt hat.

Staaten fliegen Bürger aus Millionenstadt Wuhan aus
tagesschau 09:00 Uhr , 29.01.2020

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British Airways stoppt Flüge von und nach China

Aus Wuhan, der chinesischen Millionenstadt, in der das Virus zuerst auftrat, werden immer mehr Menschen herausgeholt. Hunderte Japaner wurden in der Nacht nach Hause gebracht, einige von ihnen mit Krankheitssymptomen - sie wurden isoliert. Auch die USA und Südkorea holen Bürger zurück in die Heimat. Die EU plant zwei Flüge für Hunderte Europäer: Heute startet die erste Maschine in Frankreich und wird etwa 250 Franzosen nach Hause bringen. Das zweite Flugzeug soll im Laufe der Woche folgen.

Die britische Fluggesellschaft British Airways setzt wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in China alle ihre Flüge in die Volksrepublik und von dort nach Großbritannien aus. Das gelte ab sofort, teilte die Airline mit. Sie verwies auf die Reisehinweise des britischen Außenministeriums für China

Die Angst geht um

Die Angst vor einer Pandemie, einer weltweiten Krankheitswelle, wächst. Doch ist die Angst begründet? Forscher sagen, es lasse sich schwer einschätzen, wie sich das Virus weiter verbreitet. Vieles hänge davon ab, ob die Quarantänemaßnahmen greifen und wann ein Gegenmittel gefunden werden kann. Australische Forscher haben den Erreger inzwischen nachziehen können: ein wichtiger Schritt bei der Entwicklung eines Medikaments.

Stellt man die Lungenkrankheit und die Grippe nebeneinander, halten die Dimensionen einem Vergleich kaum stand. Rund 6000 registrierte Fälle der Lungenkrankheit gibt es Stand jetzt, die Zahl der Todesopfer liegt bei etwa 130. Bei den Toten handelt es sich meist um geschwächte Menschen mit erheblichen Vorerkrankungen. Dagegen gibt es Jahr für Jahr weltweit etwa drei bis fünf Millionen schwere Fälle von Grippe - mit Hunderttausenden Toten.

Basishygiene reicht aus

Das Coronavirus wird zwar von Mensch zu Mensch übertragen, doch ist es verglichen mit hochanstreckenden, oft tödlich verlaufenden Krankheiten wie Ebola deutlich weniger infektiös. Gesundheitsexperten zufolge reichen theoretisch Basishygienemaßnahmen wie Mundschutz oder Handdesinfektion aus. Krankenhauspersonal, das in Kontakt mit Erkrankten sei, trägt Schutzkleidung.

Ein grundsätzliches Problem bei neu auftretenden Krankheiten ist die Vernetzung der Welt. Im Zeitalter des Tourismus verbreiten Reisende Krankheiten weiter, die früher sehr wahrscheinlich stark regional begrenzt geblieben wären. Deshalb ist schwer abzusehen, wie weit das Coronavirus noch um sich greift.

Japan holt Staatsbürger aus Wuhan heim
Katrin Erdmann, ARD Tokio
29.01.2020 08:15 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 27. Januar 2020 um 10:30 Uhr.

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