Kleine Behälter mit der Aufschrift "Coronavirus Impfstoff" vor einem Logo des US-Unternehmens Moderna | Bildquelle: REUTERS

Corona-Impfstoff von Moderna 160 Millionen weitere Impfdosen für die EU

Stand: 24.11.2020 14:52 Uhr

Die EU-Kommission hat einen Vertrag über 160 Millionen Corona-Schutzimpfungen mit dem US-Hersteller Moderna geschlossen. Laut Hersteller bietet das Vakzin eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent. Zugelassen ist es noch nicht.

Die EU-Kommission hat einen Rahmenvertrag über bis zu 160 Millionen Dosen des aussichtsreichen Corona-Impfstoffs des US-Herstellers Moderna ausgehandelt. Dies teilte Kommissionschefin Ursula von der Leyen mit. Der Vertrag solle am Mittwoch besiegelt werden. "Impfungen werden uns helfen, die Pandemie zu beenden", sagte von der Leyen.

Die EU-Kommission hat nun Verträge mit den Herstellern aller drei Corona-Impfstoffe, denen die besten Chancen für eine rasche Zulassung in den kommenden Wochen zugeschrieben werden. Neben Moderna sind das die Impfoffe von Biontech/Pfizer und Astrazeneca.

Zulassungsverfahren haben begonnen

Alle drei Hersteller hatten in den vergangenen Tagen vielversprechende Testdaten bekannt gegeben. Demnach seien alle drei Vakzine wirksam und verträglich. "Corona-Auflagen können die Ausbreitung des Virus in dieser schwierigen Lage begrenzen, aber wir wissen, dass nur ein sicherer und wirksamer Impfstoff eine langfristige und nachhaltige Lösung gegen diese Pandemie bietet", sagte von der Leyen.

Mit den von der Kommission geschlossenen Verträgen hätten die Europäer künftig Zugang zu den aussichtsreichsten Impfstoffen. Bislang hat jedoch noch kein Corona-Impfstoff eine europäische Zulassung. Die ersten Lizenzen könnten nach den Erwartungen von Bundesregierung und EU-Kommission im Dezember erteilt werden. Zuvor ist jedoch eine Prüfung durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA nötig.

Von der Leyen sagte, dass die Zulassung nur erteilt werde, wenn ein Impfstoff wirklich sicher und wirksam sei. Transparenz sei hierbei entscheidend.

Moderna-Impfstoff mit einer Wirksamkeit von 94,5 Prozent

Der jetzt bestellte Moderna-Impfstoff hat nach Angaben des Herstellers eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent. Die EMA hat ein sogenanntes Rolling-Review-Verfahren zu dem Präparat begonnen, das eine rasche Zulassung zum Ziel hat.

Die EU-Kommission schließt im Namen der 27 Mitgliedsstaaten Rahmenverträge mit den Herstellern ab. Diese Verträge beinhalten einerseits Vorauszahlungen, damit die Pharmafirmen die Produktion rasch aufbauen können, und andererseits Vorkaufsrechte für die EU-Staaten. Nach Zulassung eines Mittels sollen alle 27 Staaten gleichzeitig Zugriff darauf bekommen. Anfangs nach Produktionskapazität allerdings auf nur kleine Mengen.

Impfstoffverteilung nach Bevölkerungszahl

Verteilt werden sollen die Impfstoffe innerhalb der EU nach der Bevölkerungszahl. Deutschland hat einen Anteil von 18,6 Prozent. Hierzulande wiederum dürften zunächst Risikogruppen und Gesundheitspersonal geimpft werden. Bis alle Menschen geimpft werden können, werden noch Monate vergehen.

Brüssel hat sich schon während der Entwicklung von Vakzinen mehrere Impfstoffe gesichert, auch in der Erwartung, dass nicht alle reibungslos funktionieren. Sollten sich jedoch die Hoffnungen in die aussichtsreichen Impfstoffe erfüllen, wird die EU letztlich mehr als genug Einheiten für alle rund 450 Millionen Einwohner haben. Auch dann, wenn die Vakzine meist zweimal gegeben werden müssen.

Fast zwei Milliarden Impfdosen für Europa

Neben den 160 Millionen Dosen von Moderna hat sich die EU-Kommission bis zu 300 Millionen Dosen von Biontech/Pfizer und weitere 300 Millionen Dosen von Astrazeneca gesichert. Daneben gibt es weitere Verträge mit Herstellern, deren Impfstoff-Entwicklung andauert: bis zu 405 Millionen Dosen vom deutschen Hersteller Curevac, bis zu 300 Millionen Dosen von Sanofi-GSK und bis zu 200 Millionen Dosen von Johnson&Johnson.

Von der Leyen bekräftige auch das Ziel, allen Menschen in der Welt Zugang zu Impfstoffen zu geben. Dafür unterstütze die EU die zu diesem Zweck gegründete Institution Covax.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. November 2020 um 15:00 Uhr.

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