Einwohner der chinesischen Stadt Shijiazhuang werden auf das Coronavirus getestet. | Bildquelle: AFP

Corona-Pandemie Größter Ausbruch seit Monaten in China

Stand: 07.01.2021 09:35 Uhr

Mit mehr als 200 Fällen erlebt China derzeit den größten Corona-Ausbruch seit Monaten. Betroffen ist eine Provinz nahe der Hauptstadt Peking. Wohngebiete wurden abgeriegelt, die Behörden riefen den "Kriegszustand" aus.

In China gibt es derzeit den größten Ausbruch des Coronavirus seit Monaten. Nachdem das Land die Pandemie seit dem Sommer weitestgehend im Griff hatte und nur noch ganz vereinzelt Infektionen zählte, sind die Zahlen in der Provinz Hebei in wenigen Tagen auf insgesamt mehr als 200 gestiegen. Die Gesundheitskommission in der Provinz um die Hauptstadt Peking meldete 90 Erkrankungen und 144 asymptomatische Infektionen. Es wird damit gerechnet, dass die Zahlen weiter steigen.

China riegelt wegen erneutem Corona-Ausbruch die Hauptstadt der Provinz Hebei ab
tagesschau 20:00 Uhr, 07.01.2021

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Die Behörden sind alarmiert und riefen "den Kriegszustand" im Kampf gegen das Virus aus. Vor allem die rund 300 Kilometer südwestlich von Peking gelegene Provinzhauptstadt Shijiazhuang ist betroffen. Ein Großteil der Transportverbindungen in die Metropole wurde unterbrochen. Der Bahnhof wurde geschlossen, wie Staatsmedien berichteten. 80 Prozent der Flüge sind gestrichen. Auch Busverbindungen wurden ausgesetzt.

Wohngebiete abgeriegelt

Die elf Millionen Einwohner werden getestet, einige Wohngebiete wurden abgeriegelt. Der Unterricht in Kindergärten, Grund- und Mittelschulen ist ausgesetzt. Zusätzliches medizinisches Personal wurde mobilisiert und in die Provinz entsandt. Das Staatsfernsehen zeigte Bilder von Polizeikontrollen an Straßensperren und Gesundheitspersonal, das in Schutzkleidung Abstriche bei den Einwohnern nahm. Die Bilder erinnern an die Abriegelung der Millionenmetropole Wuhan vor einem Jahr, als dort die Corona-Pandemie ihren Ausgang genommen hatte.

Betroffen sind außer Shijiazhuang auch die Städte Xingtai und Nangong, wo 500.000 Menschen getestet werden. Auch die Hauptstadt Peking hat Schutzmaßnahmen ergriffen: Die Behörden richteten Straßenkontrollen ein, Fracht aus Hebei wird streng kontrolliert.

Der neue Ausbruch weckt Sorgen über die bevorstehende Reisewelle vor dem chinesischen Neujahrsfest am 12. Februar. Zum wichtigsten Familienfest der Chinesen sind normalerweise einige hundert Millionen Menschen in ihre Heimatdörfer unterwegs. Die Behörden haben Wanderarbeitern bereits geraten, diesmal nicht nach Hause zu reisen.

Mutationen nachgewiesen

Besorgnis gibt es auch, weil am Mittwoch eine in Südafrika grassierende Virusvariante in der südchinesischen Provinz Guangdong bestätigt wurde. Der Erreger sei bei einem südafrikanischen Piloten nachgewiesen worden, der im Dezember ins Land gekommen und positiv auf Corona getestet worden sei, erklärte die Behörde für Seuchenkontrolle in Guangdong.

Vor wenigen Tagen war in dem Land erstmals auch eine in England grassierende neue Coronavirus-Variante bestätigt worden. Beide mutierten Erreger gelten als deutlich ansteckender als frühere Varianten.

Impfungen für bestimmte Berufsgruppen

Derweil laufen in dem Land die Impfungen. Bislang kommen zwei chinesische Präparate zum Einsatz: Kurz vor dem Jahreswechsel hatte China einen Impfstoff des staatlichen Konzerns Sinopharm zugelassen. Ein weiteres Präparat von der Firma Sinovac hat bereits seit Sommer eine Notfallzulassung - obwohl Daten über Wirksamkeit und Nebenwirkungen bislang nicht vorliegen.

Seit Neujahr sind in der Hauptstadt Peking nach offiziellen Angaben bereits Zehntausende gegen Covid 19 geimpft worden. Anders als in Deutschland werden in China nicht erst die Älteren geimpft, sondern Menschen aus bestimmten Berufsgruppen, so etwa medizinisches Personal und Menschen, die im Transportwesen, beim Zoll oder auf Märken arbeiten. Geimpft werden außerdem nur Menschen im Alter zwischen 18 und 59. Die Pekinger Behörden haben Ältere angewiesen zu warten, bis weitere Daten der wissenschaftlichen Testreihen vorliegen.

Bereits vor der Zulassung des Präparats von Sinopharm hat China im ganzen Land Hunderttausende im Rahmen eines Notfallprogramms geimpft. Bis Mitte Februar wollen die Behörden laut Medienberichten rund 50 Millionen Menschen impfen lassen.

Strenge Maßnahmen seit Ende Januar 2020

Vor mehr als einem Jahr waren in Wuhan die ersten Fälle mit dem Sars-CoV-2-Virus entdeckt worden, der inzwischen weltweit 87 Millionen Menschen infiziert hat. Nach einem anfänglich unzureichenden Umgang mit dem Virus hatten Chinas Behörden seit Ende Januar 2020 scharfe Maßnahmen ergriffen. Mit Quarantäne, Ausgangssperren, Kontaktverfolgung und weitgehenden Einreisebeschränkungen an den Grenzen wurde das Infektionsgeschehen in dem Land weitgehend unter Kontrolle gebracht.

So hatte sich das Leben in China wieder weitgehend normalisiert. In den vergangenen Wochen hatte es allerdings vereinzelt neue Ausbrüche gegeben, so dass die Fallzahlen wieder stiegen. 

Mit Informationen von Ruth Kirchner, ARD-Studio Peking

Corona-Impfstrategie in China: Ältere müssen warten
Ruth kirchner, ARD Peking
07.01.2021 09:39 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Januar 2021 um 05:00 Uhr in den Nachrichten.

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