Britney Spears

Britney Spears sagt vor Gericht aus "Traumatisiert, wütend, traurig"

Stand: 24.06.2021 08:18 Uhr

2008 ordnete ein Gericht an, dass Britney Spears wegen psychischen Problemen einen Vormund braucht. Seit Jahren kämpft die Popsängerin dagegen. Bei einer Anhörung sagte sie nun, sie fühle sich von Familie und Managern ausgenutzt.

Von Katharina Wilhelm, ARD-Studio Los Angeles

Dutzende Britney-Fans haben sich vor dem Gerichtsgebäude in Los Angeles versammelt. Sie warten angespannt auf das, was Popstar Britney Spears drinnen im Gericht per Telefonschalte erzählt.

Katharina Wilhelm ARD-Studio Los Angeles

Eigentlich sind Audio-Aufnahmen streng verboten, trotzdem hören die Fans vor dem Gebäude über einen kleinen Lautsprecher mit und jubeln, wenn Britney sich zu Wort meldet. Comedienne Tess Barker hat zusammen mit Barbara Grey dem Podcast "Britney´s Gram" gestartet. In diesem berichtet sie seit vier Jahren kritisch über die Vormundschaft. Barker war im Gerichtssaal und von der ersten Aussage des Popstars geschockt:

Sie hat gesagt, dass sie ausgenutzt wird und gezwungen wurde, in eine psychiatrische Anstalt zu gehen und Lithium zu nehmen. Sie hat von einem Vorfall bei ihrem Auftritt in Las Vegas erzählt. Sie kam die Bühne runter, bekam einen Vertrag von ihrem Manager und ihr wurde gedroht, dass man sie verklagt, wenn sie nicht auf Tour geht.
Anhänger der #freebritney-Bewegung vor dem Gericht | EPA

Anhänger der #FreeBritney-Bewegung versammelten sich vor dem Gericht, um ihr Idol zu unterstützen. Bild: EPA

Kontrolle über Finanzen und Privatleben

Die Aussagen der Sängerin stützen das Bild einer Frau, die jahrelang gegen ihren Willen bevormundet wird, so wie es Fans der #FreeBritney-Bewegung seit langer Zeit vermuten. Vater James Spears sowie Anwälte dürfen ihre Finanzen kontrollieren - aber offenbar auch Aspekte ihres Privatlebens, wie Spears vor Gericht aussagte. Das erzählt Barker, die die Aussage live mitverfolgt hat:

Das Schockierendste für mich war, dass es ihr nicht erlaubt wurde, zu heiraten und Kinder zu bekommen. Sie hat eine Spirale und darf sich diese nicht von einem Arzt entfernen lassen.

Spears' Vater wird für die Rolle als Vormund bezahlt, 16.000 Dollar soll er dafür im Monat erhalten. Zudem wird er finanziell an ihren Gewinnen beteiligt durch Werbedeals oder Konzerte.

"Sie soll frei sein"

Allerdings tritt Britney seit 2020 nicht mehr auf, auch aus Protest gegen die Vormundschaft. Sie fühlt sich offenbar finanziell ausgenutzt durch den Vater. Ihr Vermögen wird auf etwa 50 Millionen Dollar geschätzt.

Viele Fans haben sich vor dem Gerichtssaal positioniert, halten Schilder hoch, auf denen "Free Britney" steht. Martin Gomez hat eine lebensgroße Britney-Figur dabei. Er fordert wie viele vor Ort, dass die Sängerin keinen Vormund mehr hat:

Sie soll frei sein, ihre eigenen Entscheidungen treffen. Das, was alle von uns verdienen und sie seit 13 Jahren nicht hat. Das ist verrückt!
Anhänger der #freebritney-Bewegung vor dem Gericht

Protest mit Pappfigur vor dem Gericht

Im Netz kursieren viele Theorien, wie es Britney in ihrem Zuhause gehen könnte, dass sie dort gefangen gehalten wird. Barker fühlt sich jedenfalls nun bestätigt - in ihrem Podcast hatte sie angeprangert, dass viele Dinge in Britney Spears' Leben gegen deren Willen geschehen.

Es ist surreal, dass wir Recht hatten. Wir wurden für verrückt erklärt, ebenso Britney, aber wir waren nicht die Verrückten!

Das Gericht soll nun über die Vormundschaft entscheiden, ein nächster Termin ist für den 14. Juli geplant.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 24. Juni 2021 um 09:48 Uhr.

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KOMMENTARE

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Jan Petersen 24.06.2021 • 13:15 Uhr

da war mal was

ich meine, mal gelesen zu haben, daß Britneys Vater eine nicht ganz unerhebliche Bezahlung für seine "treuen Dienste" bekommt. In den USA ist es meines Wissens auch ein prozentualer Anteil des zu verwaltenden Vermögens. Ihr Vater wäre bescheuert, wenn er diese Einnahmequelle kampflos aufgäbe. Ich meine weiterhin von "Unregelmäsigkeiten" gelesen zu haben. Um mal die Bregriffe Vormundschaft, Entmündigung usw. auszuräumen: Wie falsa demonstrata schon geschrieben hat, gibt es in Deutschland nur noch die rechtliche Betreuung. Da gibt es die drei Bereiche Aufenthaltsbestimmung, Vermögen und Gesundheitsfürsorge. Ein Amtsgericht kann einen Betreuer für einen oder mehrere Bereiche bestallen (bestellen). Macht auch Sinn, ein friedlicher Alkoholkranker mit morbus Korsakow, eine hochagressiver Borderliner oder eine demente Millionärswitwe brauchen eben auch unterschiedliche Hilfe. Für jede Tätigkeit wird vom AG ein fester Satz bezahlt, in D ist es egal, wieviel Vermögen mal verwaltet.