Chef der spanischen Konservativen, legt Blumen nieder zu Ehren der Opfer des Terroranschlags auf der Flaniermeile Las Ramblas teil. | Bildquelle: dpa

Jahrestag des Anschlags Gedenken an die Rambla-Opfer

Stand: 17.08.2018 05:02 Uhr

Vor einem Jahr raste ein Lieferwagen auf "La Rambla" in Barcelona in eine Menschenmenge. 14 Menschen wurden getötet. Heute gedenkt Spanien der Opfer des Anschlags.

Von Oliver Neuroth, ARD-Studio Madrid

Es ist ein Donnerstagnachmittag in Barcelona. Um 16.50 Uhr biegt ein weißer Kleintransporter an der Placa de Catalunya auf die Ramblas in Barcelona ab. Er fährt einen halben Kilometer durch die Fußgängerzone, die - wie üblich im August - voller Menschen ist.

Vanischa Pfuhz aus Frankfurt ist Augenzeugin. "Auf einmal gab es einen lauten Knall, quietschende Reifen", berichtet sie. Im ersten Moment denkt sie an einen Unfall. Dann dreht sie sich um und sieht den weißen Transporter. "Ich habe einen Mann gesehen, der durch die Luft geflogen ist. Es war einfach furchtbar, ganz schlimm."

13 Menschen werden bei der Fahrt in die Menschenmenge getötet, mindestens 118 verletzt. Eine Frau stirbt zudem nach einem weiteren Angriff in der Küstenstadt Cambrils.

Heute, ein Jahr nach der Tat, findet in Barcelona eine Gedenkveranstaltung statt, zu der Ministerpräsident Sanchez und König Felipe kommen.

Jahrestag von Anschlag in Barcelona
tagesschau 12:00 Uhr, 17.08.2018, Stefan Schaaf, ARD Madrid

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Attentäter flüchtet

Der mutmaßliche Attentäter flüchtet damals zu Fuß. Er ersticht den Fahrer eines parkenden Autos und fährt mit dessen Wagen davon. Die Polizei sperrt das Gebiet weiträumig ab und startet eine Großfahndung.

Männer mit Sprengstoffgürteln

Wenige Stunden später in der kleinen Küstenstadt Cambrils, rund 120 Kilometer südlich von Barcelona: Polizisten wollen ein Auto stoppen, in dem sie fünf Männer mit Sprengstoffgürteln sehen. Der Fahrer gibt Gas, überfährt mit dem Wagen eine Frau auf einem Zebrastreifen, diese stirbt wenig später. Das Auto prallt auf einen Polizeiwagen, überschlägt sich, die Männer laufen mit Messern bewaffnet auf die Polizisten zu. Die Beamten erschießen sie.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die fünf Männer Touristen auf der Strandpromenade von Cambrils töten wollten.

In Barcelona gehen am Tag darauf Tausende Menschen auf die Straße. Sie schreiten die Ramblas entlang und rufen "No tenim por", "wir haben keine Angst".

Vier Tage nach dem Anschlag rufen Bewohner eines Dorfes westlich von Barcelona die Polizei. Sie haben einen Mann auf der Straße erkannt, der dem gesuchten Marokkaner auf dem Fahndungsfoto ähnlich sieht. Polizisten stellen ihn auf einem Feld.

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Ermittler gehen von Terrorzelle aus

"Er öffnete die Jacke, darunter trug er ein T-Shirt", erklärt Kataloniens Polizeichef Trapero. "Die Beamten sahen dann, dass er außerdem einen Gürtel mit möglichem Sprengstoff am Körper hatte. Sie erschossen ihn."

Die Ermittler gehen davon aus, dass für die Attentate in Barcelona und Camrils eine Terrorzelle verantwortlich war, die im Norden von Katalonien agierte. Acht mutmaßliche Mitglieder sind tot, fünf Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft.

Sie sollen in einem Haus in Alcanar, im Süden der Region, eine Bombenwerkstatt betrieben haben, die am Tag vor dem Attentat in Barcelona in die Luft flog. Laut Ermittlern hatte die Gruppe noch deutlich größere Anschläge geplant - unter anderem auf das Fußballstadion Camp Nou in Barcelona und auf die Kathedrale Sagrada Familia.

Weil die Bomben dafür außerplanmäßig explodierten, waren die Ramblas in Barcelona und die Strandpromenade von Cambrils wohl eine Art Ausweichattentate.

Chronologie des Anschlags in Barcelona
ARD Madrid
17.08.2018 14:51 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 17. August 2018 B5 aktuell um 06:04 Uhr und NDR Info um 06:20 Uhr.

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