Schwimmer und Bootsfahrer in einem See | Bildquelle: picture alliance / dpa

Qualität von EU-Gewässern Sauberes Badevergnügen

Stand: 29.05.2018 13:59 Uhr

Bedenkenlos ins kühle Nass: Das Baden bleibt in fast allen Flüssen, Seen und an den Küsten in Deutschland und der EU ein sauberes Vergnügen. Das geht aus einem Bericht der EU hervor.

Die aktuell hohen Temperaturen laden förmlich dazu ein, sich durch einen Sprung in einen See, einen Fluss oder das Meer abzukühlen - und das ist hierzulande mit Blick auf die Wasserqualität nahezu bedenkenlos möglich. Denn laut einem neuen EU-Bericht erfüllen 98 Prozent der knapp 2300 untersuchten deutschen Badestellen die EU-Mindeststandards für Badegewässer.

Den allermeisten (91,4 Prozent) bescheinigt der vorgestellte Bericht sogar eine ausgezeichnete Qualität. Auch EU-weit schneiden die Badegewässer gut ab: 85 % der überprüften Badegebiete in ganz Europa erfüllen die höchsten und strengsten Qualitätsnormen der Europäischen Union für weitgehend schadstofffreie Gewässer, heißt es in dem Bericht.

Europäer können stolz sein

Karmenu Vella, EU-Kommissar für Umwelt, maritime Angelegenheiten und Fischerei, sagte dazu: "Auf die Qualität ihrer Badegewässer können die Europäerinnen und Europäer stolz sein. Diese Qualität ist auf eine gute Zusammenarbeit und ständige Wachsamkeit zurückzuführen. Wir spielen alle eine Rolle: Industrie, lokale Behörden und Dienstleister sowie Bürgerinnen und Bürger."

Acht deutsche Badestellen "mangelhaft"

Acht Badestellen in Deutschland allerdings fielen beim Test durch, das sind drei mehr als im Vorjahr. Den Stempel "mangelhaft" bekamen zwei Badestellen in Bayern - am Satzdorfer See in Runding und am See Freigericht Ost in Kahl am Main. In Brandenburg erwischte es eine Badestelle an der Spreelagune in Lübben, in Hessen eine am Südufer des Werratalsees. In Baden-Württemberg gehörte der Goldscheuer-Badesee in Kehl zu den Schlusslichtern, in Sachsen die Blaue Adria in Bautzen, in Sachsen-Anhalt das Strandbad Reinsdorf. Erneut schlecht bewertet wurde die Ostsee-Badestelle in Tremt, am Strelasund zwischen Stralsund und der Insel Rügen.

Weitere wichtige Ergebnisse des Berichts:

  • In fünf Ländern wurden 95 % der Badegewässer oder mehr mit "ausgezeichnet" bewertet: Luxemburg (alle 12 Badegebiete), Malta (98,9 % aller Badegebiete), Zypern (97,3 % aller Badegebiete), Griechenland (95,9 % aller Badegebiete) und Österreich (95,1 % aller Badegebiete).

  • Alle überprüften Badegebiete in Österreich, Belgien, Kroatien, Zypern, Griechenland, Lettland, Luxemburg, Malta, Rumänien, Slowenien und der Schweiz haben im Jahr 2017 (gemäß den Mindestqualitätsstandards der Badegewässerrichtlinie) zumindest eine ausreichende Qualität erreicht.

  • Die drei Länder mit der höchsten Zahl an Badegebieten mit "mangelhafter" Wasserqualität befanden sich in Italien (79 Badegebiete bzw. 1,4 %), Frankreich (80 Badegebiete bzw. 2,4 %) und Spanien (38 Badegebiete bzw. 1,7 %). In den EU-Mitgliedstaaten wurde der höchste Anteil der als "mangelhaft" eingestuften Badegewässer in Estland (vier Badegewässer bzw. 7,4 %), Irland (sieben Badegewässer bzw. 4,9 %) und dem Vereinigten Königreich (21 Badegewässer bzw. 3,3 %) verzeichnet. 

Die Daten zu den europäischen Badegewässern stammen aus der Saison 2017. Insgesamt nimmt der Bericht mehr als 21.000 Badestellen in den EU-Ländern sowie in Albanien und der Schweiz unter die Lupe.

Mit Informationen von Karin Bensch, ARD-Studio Brüssel

EU-Bericht: So sauber sind die Badegewässer in Norddeutschland
Karin Bensch, ARD Brüssel
29.05.2018 13:16 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 29. Mai 2018 MDR aktuell (Hörfunk) um 12:10 Uhr, Inforadio um 13:03 Uhr und die tagesschau um 17:00 Uhr.

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