Rauch über Melbourne | Bildquelle: REUTERS

Brände in Australien Dicker Rauch und Atemnot in Melbourne

Stand: 15.01.2020 09:14 Uhr

Auch Melbourne leidet wegen der Buschbrände unter dicker Luft. Mehr als 100 Menschen suchten wegen Atembeschwerden Notfallambulanzen auf. Die schlechte Luft sorgt weiter für Probleme bei der Qualifikation für die Australian Open.

In den australischen Brandgebieten geht der Kampf gegen die Flammen weiter. Betroffen ist auch die zweitgrößte Stadt Melbourne. Am Morgen meldeten sich mehr als 100 Menschen wegen Atembeschwerden bei der Notfallambulanz.

Luftqualität in Melbourne verschlechtert sich massiv
tagesschau 9:00 Uhr, 15.01.2020

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Rekordverdächtig schlechte Werte

In Melbourne erreichte die Luftqualität rekordverdächtig miese Werte: Nach Angaben der zuständigen Gesundheitsbehörde wurden am Dienstag nirgendwo sonst in der Welt schlechtere Luftwerte gemessen. Am Mittag war die Luftqualität dann immerhin "mäßig".

Am Flughafen gab es Verspätungen. Wie ARD-Korrespondentin Sandra Ratzow auf Twitter schreibt, starten und landen die Flugzeuge nach sintflutartigem Regen inzwischen wieder.

Laut dem Wetteramt würden Gewitter gegen den Rauch in Melbourne helfen, aber sie könnten in den abgebrannten Gebieten auch Erdrutsche auslösen.

Australian Open: Qualirunde verschiebt sich erneut

Betroffen sind auch die Tennisspieler in der Qualifikationsrunde der Australian Open. Wegen starker Rauchbelastung infolge der Buschbrände verzögerten diese sich erneut: Der Beginn der Matches wurde um mindestens drei Stunden nach hinten verschoben, auch Trainingseinheiten waren betroffen, wie die Organisatoren mitteilten. Die Luftbedingungen würden laufend kontrolliert und weitere Entscheidungen nach Rücksprache mit Medizinern, Wetterexperten und Umweltschutzbehörden getroffen, hieß es in einem Tweet.

Melbourne im Smog mit Tennisstadion | Bildquelle: REUTERS
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Melbourne im Smog. Im Vordergrund ist das Tennisstadion zu sehen.

Eine Besucherin bei der Qualifikationsrunde zu den Australian Open | Bildquelle: AFP
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Nur mit Mundschutz: Eine Besucherin bei der Qualifikationsrunde zu den Australian Open

Tennisspielerin gab hustend auf

Wegen des Rauchs hatten sich schon am Vortag die ersten Spiele in der Qualifikationsrunde der Australian Open verzögert. Eine Tennisspielerin gab nach einem Hustenanfall auf und wurde von einer Betreuerin vom Platz geführt. Sie war nicht der einzige Tennisprofi, der in Melbourne über Atemprobleme klagte - weshalb sich die Organisatoren heftiger Kritik von Spielerinnen und Spielern ausgesetzt sahen. Das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres in der zweitgrößten Stadt des Kontinents soll am 20. Januar beginnen.

Das Militär hatte in den vergangenen zwei Wochen über Luft und Wasser mehr als 1500 Menschen aus dem eingeschlossenen Küstenort Mallacoota geholt.

Nach vorsichtigen Schätzungen von Wissenschaftlern sind Hunderte Millionen Tiere allein im Bundesstaat New South Wales getötet worden. Mindestens 11,8 Millionen Hektar wurden nach jüngsten Angaben aus den Bundesstaaten von dem Feuern erfasst. Das entspricht etwa einem Drittel der Fläche von Deutschland.

Mindestens 28 Tote durch Buschbrände

Seit Monaten wüten vor allem im Südosten Australiens heftige Buschbrände, nach Angaben der Regierung starben 28 Menschen. Allein im Bundesstaat Victoria, dessen Hauptstadt Melbourne ist, sind noch 1500 Feuerwehrleute im Einsatz. Bei den Bergungs- und Löscharbeiten hilft das australische Militär.

Umgestürzte und verbrannte Bäume mussten von einer wichtigen Fernstraße geholt werden, dem "Princes Highway" im Südosten des Landes. In Tamboon suchten etwa ein Dutzend Menschen am Strand Schutz vor den Feuern.

Ball und Rauch: Luftbelastung bei Australian Open in Melbourne
Lena Bodewein, ARD Singapur
15.01.2020 06:50 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. Januar 2020 um 09:00 Uhr.

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